Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238392
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Drittes Buch. 
Abthei1ung. 
Dritter Abschnitt. 
MHr.c0kksk. Correr befitzt das Pr0silbild des Dogen Giovanni Mocenigo  die 
L0;:d0k2. Nationalgalerie in London das Bruftbild des Dogen Leonard0 Loredano CI5oIgs 
IF;IiZTiTi. 1521I, mit feiner, edler Auffaffung des Kopfes und trefflicher Stoffmalerei. Ein 
c2pik9i.bezeichnetes Männerbildnifs findet f1ch in der Galerie des Capitols zu Rom. 
Miene. Immer mehr erweiterte f1ch Giovanni9s Gesichtskreis, und so erfchlofs f1ch 
ihm gegen Ende feines Lebens auch die Welt des c1aff1fchen Alterthums und 
feiner Gegenstände, die ihm trotz feiner früheren Beziehungen bis dahin fremd 
geblieben war. Als die Markgräfin Ifabella zu Mantua die zwei allegorifchs 
mythologifchen Bilder von Mantegna malen liess und wegen eines ähnlichen 
Gemäldes mit Pietro Perugino verhandelte, wünfchte sie auch von Giovanni 
Bellini ein folches zu erwerben; aber die von 15o1 bis I5o4 währenden Unters 
handlungen zeigen, dafs Giovanni f1ch durch den vorgeschriebenen Stoff bei 
engt fühlte und es ablehnte, einen antiken Gegenstand zu malen, bis er 
endlich mit der Markgräfm dahin übereinkam, dafS er ihr eine Madonna mit 
Heiligen senden dürfte. Die Unterhandlungen wurden I5o5 und I5o6 durch 
Bembo7s Vermittlung wieder aufgenommen, doch fcheint es, auch diesmal 
ohne Erfolg 1J. 
Ein Beispiel dafür, dafs aber auch Giovanni Bellini allegorifchsmythologis 
fche Stoffe in Angriff nahm, ist die Folge von fünf kleinen Bildern, offenbar 
JHJ;Dd8ecln5H;. einst Decoration einer Truhe in der Akademie zu Venedig: Eine weifs ges 
kleidete Frau mit einem Globus und Kindern, durch das Waffer fahrend; eine 
Gestalt mit Früchten, von drei Knaben in einem Wagen gezogen, und von 
einer bewaffneten Figur begleitet; eine nackte Frauengestalt mit einem Spiegel, 
mulicirende Knaben ihr zu Füssen; zwei nackte Männer eine Mufchel tragend, 
aus der eine von einer Schlange umwundene Gestalt hervorschaut CbezeichnetI; 
eine Harpye auf goldener Kugel, die Augen verbunden, zwei Krüge haltend, 
in einer Landfchaft mit VVafser und Bergen. Diefe Bilder sind allerdings hochIt 
feltfam in den Motiven; Bellini hatte hier doch wohl nach Vorschrift gemalt. 
Bei Abwefenheit alles effectvoll Sinn1ichen ist die Behandlung der Formen wohls 
verstanden, wenn auch die Verhältniffe oft zu schlank erfcheinen; namentlich 
die Kinder find höchit anmuthig. 
Wann diefe Bildchen entstanden sind, ist nicht nachzuweisen; ihre zarte, 
präcife Ausführung, während sonst Giovanni Bellini sich eine so breite Pinsels 
führung angeeignet hat, ist kein Grund gegen eine spätere Entstehung, da auch 
die anderen Bilder verwandten Gegenstandes mit nackten Figuren aus feinen 
letzten Lebensjahren eben jene Behandlung zeigen. Mit feinem vollen Namen 
und der Jahrzahl 1514 ist das von Herzog Alphons von Ferrara bestellte Bacs 
Axwick chanal verfehen, das lich jetzt zu Alnwick Cast1e im Bef1tze des Herzogs von 
Dame. Northumberland bef1ndet2J: Mercur im Kreise der zechenden Satyrn und 
Nymphen ausruhend, der mit dem Esel nahende Silen, die fchlafende Nymphe, 
deren Körper ein kecker Geselle entblösst, am Waldesrand unter hochstäms 
 migen Bäumen mit dem Blick auf fernes Fe1fengebirge. Die Behauptung, dass
        

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