Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238074
262 
Dkittes Buch. 
1I. Abthei1u11g. 
Dritter Abfchnitt. 
nach feinem Tode zu verwenden. 1J Immerhin mag die Ausführung dieses 
Werkes und namentlich die Thätigkeit Mantegna7s an dieser Stelle erst mehrere 
Jahre später fallen. 
Die Capelle besteht aus einem rechteckigen Hauptraum und einem ans 
stossenden, fiinfseitig geschlossenen Chor. Die vier Evangelisten am Kreuzges 
wölbe hat Vasari dem Mantegna zugeschrieben, aber irrthümlich; es sind rohe 
Producte aus squarcione7s Werkstatt, nicht ohne Geschick in der Perspective. 
sorgsam doch geschmack1os in dem 0rnamentalen, trocken in Formen und 
Gewandung, ausdruckslos in den Köpfen. Hier ist neuerdings an Jll217sw ZopJJo 
gedacht worden, und noch deutlicher erkennt man diesen in den beiden 0bers 
sten Bildern der Wand rechts, die der ChristophorussLegende gewidmet ist 
wieder. Der Heilige, hier nicht als Riese, sondern als stattlicher junger Mann 
in welt1icher Tracht,ibegegnet in einer Landschaft dem Könige zu Pferde mit 
seinem Gefolge; er disputirt im Gemache des Königs mit diesem, während vor 
der Thüre ein Zwerg wartet. In der Reihe darunter ist das Bild: der Riese 
Av;xI;s;YLV0D Christophorus von Kriegern verehrt, nach der Inschrift ein Werk des x47zF2zzi7zo 
und ist den vorigen Darstellungen überlegen, zwar hart in der Form, doch 
nicht ohne statuarische Würde und in Perspective und architektonischem Beis 
werk wohlstudirt. Das schwächste Bild von allen ist das daneben, nach der 
BF;:o von Bezeichnung von Besen: Christophorus, der das Christuskind durch den Fluss 
NR. trägt, von äusserster Plumpheit und widerwartigsten Missverhältnissen in den 
Körpertheilen. 
Pizzolo. Im Chöre tritt uns gleich ein ganz anderes Talent, ZVicmZz Pz2575oZoJ, ents 
gegen, welcher hier am Gewölbe den thronenden Gott Vater in der Mandorla 
zwischen Petrus und Paulus, Jacobus dem Aelteren und Christophorus gemalt 
hat. Die vier kleinen Rundbilder der sitzenden Kirchenväter darunter sind 
derber, doch perspectivisch effectvoll.2J Dann folgt die Himmelfahrt Maria7s 
an der Altarwand, von Vasari nicht genannt, nach dem Anonymus des Mos 
relli von Pizzolo. Ohne diese Nachricht würde man kaum anstehen, hier Mans 
tegna zu erkennen, und hat der Berichteritatter Recht, so ergiebt sich eben, 
dass vieles, was man für persönliche Eigenschaft des Mantegna hielt, vielmehr 
ihm mit seinem talentvollen Schulgenossen gemeinsam war. In der obern 
Gruppe der Maria zwischen Engeln waltet die edelste Feierlichkeit, die Apostel 
unten, die leider sehr gelitten haben, sind frei und empfindungsvoll; Form 
und Gewandung sind von grosser Reinheit der Durchbildung. 
Endlich glauben wir Pizzolo. auch in den zwei obersten Bildern aus der 
Jacobuslegende an der Wand links im Hauptraum zu erkennen: der Berufung 
von Johannes und Jacobus in wilder Felsenlandschaft und der Austreibung 
von Teufeln durch Jacobus. Freilich stimmen sie nicht so sehr mit der Hims 
melfahrt lVlaria7s wie vielmehr mit den Gewölbebildern des Chors überein. 
 Auch hier haben wir noch den einseitig plastischen Zug der Schule, aber cors 
rectere Behandlung der Theile, geringere Starrheit, ein offeneres Auge für 
die Wirklichkeit, das zur Darstellung lebendiger Handlung befähigt. 
387 Anm. 2. 
vermuthen als 
1I ZkJc7cmeF.v VafarJ, Ill, S. 
2j CW2ese und CzzszJczZm.seZZe 
ist: lLemZiszqm. 
Urheber den 
Holzmofaiciifien 
L I Ame o 
Ccmo25i, 
gen,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.