Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1238056
26o 
Drittes Buch. 
Abthei1ung. 
Dritter Abfchnitt. 
gut zum Ausdruck gebracht, Maria7s Auge klar und offen, der Formvortrag 
weich und regelmässig und durch fleischige Fülle ansprechend; feine Bildung 
der Hände giebt ihr eine gewisse Vornehmheit, die Farbe scheint ursprünglich 
gediegen und durchsichtig genug gewesen zu seinu. Das Bild kündigt bereits 
den Stil an, den wir bei Mantegna wiederfinden werden. O 
Manche Nachfolger Squarcione7s werden wir erst späterhin als bedeutende 
Meister an anderen Orten wiederfinden. Diese sind zum Theil den eigentlichen 
sF1ii:FF;;T. Schülern, denen wir uns zunächst zuwenden, überlegen. Da ist G;szs,;rm7io, ges 
nannt FcJz2kz2ssm2e, der Slavonier, aus Dalmatien zu berücksichtigen, der Ach auss 
r,0kzd0k2. drücklich in Inschriften als Schüler Squarcione7s bezeichnet. 2J Die L0ndoner 
Lga2iiZYiTi. Nationalgalerie besitzt von ihm ein aus zehn Abtheilungen bestehendes Altars 
Werk: die Madonna mit Heiligen in der Mitte, oben der todte Christus, andere 
JPFksLH;;L Heilige auf acht Seitentafeln; das Berliner Museum das einstige Mittelbild 
eines Altars in S. Francesco zu Padua, die thronende Madonna mit dem Kinde, 
das halb auf ihrem Sch0sse, halb auf einer Seitenlehne steht, seitwärts zwei 
Engel mit Trauben. Namentlich dies letzte Bild fällt durch das Gequälte der 
Motive bei aller Sauberkeit und Genauigkeit der Durcharbeitung auf; Maria7s 
Haltung, die vornehm und erhaben sein sollte, ist höchst geziert. Farbe und 
Vortrag sind überaus spröde, aber in dem Londoner Bilde immerhin kräftig und 
p2kiq da wirkungsvoll. Noch tiefer steht Darin M; T;se2J2Im, von dem die Galerie zu 
12.r:IFsTisFJ Bassano ein ganz rohes Tafelbild, Maria als Gnadenmutter mit zwei Heiligen 
Calwei und dem Stifter, besitzt, und der hernach in seiner Heimath und in den bei 
nachbarten Gegenden den ornamentalen Geschmack der Schule in Fac;adens 
malereien kundgab, unter denen eine zu Seravalle mit feinem Namen und dem 
Bem2kziix20 Jahre I469 bezeichnet ist. Sehr schwache Nachfolger sind Bksmrzm7zi72o Pxz7wzZ272o, 
PMmm0. von dem ein bezeichnetes Bild in der Ga1erie zu Modena, und JIxzwPc2 JlsJms 
 zYrg7m7m von Padua, den Vasari fälschlich für einen Schüler von Giovanni Be1s 
YFYFTI1ini gehalten; I469 kommt er in der Malerbruderschaft zu Padua vor, I499 
machte er sein Testament. seine I490 gemalten Fresken aus der römischen 
Geschichte im Stadthause zu Belluno sind bis aus wenige Reste zerstört; I495 
Gregotio 
Schtavone. 
Berlin, 
IXlufeum. 
IJ Der Verfasser kennt dieses Bild nicht aus eigener Anschauung und muss hier Crowe und Cavals 
caselle in Beschreibung und Beurtheilung folgen, während er zu einem Schlusse kommt, der ihrer Ans 
nahn1e diarnetral widerfpricht. VVenn zwei Werke unter squarcione7s Namen vorhanden find, die uns 
möglich von derselben Hand herrühren können, das erste, nach urkundlicher Nachricht bei ihm bei 
stellt und in der Behandlung feinen mittelmässigsken Schülern entsprechend, das zweite mit seiner 
Namenbezeichnung und den WVerken feines besten Schülers verwandt, so ist es zulässig in dem ersten 
eine bl0fse VVerkstattarbeit zu vermuthen. Aber das zweite Bild ist, wenn die Echtheit der Inschrift 
selbst nicht angefochten werden kann, durch die Bezeichnung als ein WVerk beglaubigt, das der Meis 
sl:er ausdrücklich als eigenl1änclige Arbeit in die Welt sendete. und da kein zweites Bild mit gleicher 
Beglaubiguug existirt, fordern die Grundsätze historischer Kritik, dass wir auf dieses unser Urtheil über 
squarcione gründen. Was thun aber crowe 11nd cavalcaselleP Die Trefflichkeit des Bildes lässt sie 
annehmen, dass Mantegna als Gehilfe Antheil an demselben gehabt hatte, sie stempeln squarcione 
ohne weiteres zu einem Betrüger, vwelcher durch seine NamenSunterfchrift Talente zu besitzen vorgab, 
die in Wahrheit von Mantegna entlehnt warens, und kommen Zu der ebenso unwiirdigen wie für den 
Stifter einer grossen Schule wi.derf1nnigen Vorstellung, squarcione sei ein blosser s7Impresarioa, ein 
ssPäcl1tercc künstlerischer Kräfte, die er für lich arbeiten liess, gewesen. 
2J Auf dem Lond0ner Bilde: 0PVs  SCLAVONI  DISClPVLI  sQVARCIONI  S  Auf dem 
Berliner: 0PVS scLAVONI DALMATICI sQVARCIONI.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.