Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1237860
Die toscanifchsumbrifchen Schulen. 
Der Süden. 
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bildern schon vor den van Eyck häufig war. Ein indirecter Einfluss von dorts 
her kommt also nicht in Frage, wenn Dw7szeJ2im 7mZZzZ1J2u und XlZZJJcl Y4ZÄEs 
7Jzi7c8zZzi bei Wandgemälden Oel in Anwendung bringen. Auch die Experimente 
in der Maltechnik bei Tafelbildern, welche die PoZZxzjoZo, ÄmZ7sZrz IXr;sJswxJ22t2 
und PzZsw zic;gZi Fisz1JetzsJcJzi einstellten, blieben bei einem Mischverfahren stehen. 
Den Uebergang zu der Vortragsweise und dem ganz neuen colorisiischen Ges 
fühl der van Eyckischen 0elmalerei hat keiner von ihnen vollzogen, obgleich 
es ihnen an MuPcern nicht fehlte, da flandrifche Bilder in ganz Italien verbreitet 
waren, Florenz selbst das Altarwerk von Enge Time Les, 67z2eF besass. Die 
Studien der Vorbilder und das Experimentiren reichten also nicht aus; nur 
durch persönliche Unterweisung in der Mischung und im Auftrage der Farben 
konnte die 0elmalerei erlernt werden. 
Perugino hatte sich zunächst, wie in dem Bilde der UsHzien, nur den Vers 
suchen der genannten Horentinischen und umbrischen Künstler angeschlossen. 
Aber unmittelbar darauf sehen wir ihn im Bes1tze der wirklichen Oelmalerei, 
die er mit vollkommener Sicherheit und Meisterschaft handhabt, und zwar 
unseres Wissens früher, als irgend ein anderer Meister Mittelitaliens. 
Es fragt sich nun, wie und wo er diese Technik erlernt hatP Eine Vers 
lcnüpfung bestimmter Thatsachen macht es uns wahrscheinlich, dass dies 
in Venedig geschehen ist, wo Antonello da Mess1na seinen VVohns1tz ausges 
schlagen hatte und bald darauf die neue Technik nicht mehr eine Geheimlehre, 
sondern das allgemeine Eigenthum der ganzen Schule war, an deren spitze 
die beiden Brüder BesZZziJzzi standen. 
Durch urkundliche Nachrichten wissen wir, dass Perugino Venedig betreten izli;uF;1;L13i1; 
hat; am I4. August I494 wird nämlich mit ismaistro piero peroxini depentorsc  
der Vertrag über ein Bild für den Saal des Grossen Rathes im Dogenpalafie 
abgeschlossen, das freilich dann, wie so manche andere von Perugino übers 
nommene Arbeiten, nicht zur Ausführung kam II. 
Die Anwendung eigentlicher 0elmalerei, zu der es Perugino I49I und 
I493 noch nicht gebracht hatte, scheint uns nun aber nicht zweifelhaft bei 
dem inschriftlich vom Juli I494 datirten Brustbilde eines Mannes mit kleinen 
Augen und vollem Untergesicht vor landschastlichem Hintergrunde, in den 
Ussizien, wo es als eigenes Porträt Perugino7s den Malerbildnissen eingereiht  
ist. Eine neuere Untersuchung der Inschrift hat aber dargethan, dass es den UMZMi 
1496 in Venedig gestorbenen Florentiner Francesco dell7 0pere darstellt. 
Hält man das Datum dieses Gemäldes mit dem des erwähnten Contractes zus 
sammen, so spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es in Venedig entPcans 
den ist. Crowe und Cavalcaselle haben trefsend hervorgehoben, dass es durch 
die Präcis1on des Umrisses, die vorzügliche Modellirung und die Kühnheit der 
Pinselführung einen Platz neben Bildnissen von Antonello da Messina behaup. 
tet. Ebenso unverkennbar ist die 0elmalerei in der I494 bezeichneten Madonna 
aus dem Throne zwischen Jacobus und Auguslinus in Sant7 Agoftino zu Cres ck2m022. 
mona, also halbwegs von Venedig nach Florenz, einem nicht nur in der 
EChlLhCIt des Empkindungsausdrucks, sondern auch in der Wärme und Kraft 
der Farbe v0rtrefslichem Werke. 
II FULL: Hi Si 69.  Unf1cherer lind die Nachrichten über ein Bild Perugino7s von 
SCL10IEL III san  Evange1jfia; vgl. Cizmgmz, Iscrizi0ni Veneziane I, 47. 
Gefchichte d. Malerei. l1. 16 
1494 in der
        

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