Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1237729
Der Süden. 
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im Nackten, wie der tüchtige Sebafiianskörper des BuffRfchen A1tars und der 
f0gar fchwungvo11 bewegte in S. sebajIian0 zeigen. Man darf ihn nicht übers 
fchätzen; was er fchafft bewegt lich in befcheidenen Grenzen, aber er ist Krebs. 
kam, gewiffenhaft und anfprechend. 
Luca 
Signore1.1i. 
Trotz aller theils directen, theils indirecten Einwirkungen von Florenz 
her behielten Piero degli Franceschi und feine oben gewürdigte11 Nachfolger 
doch noch eine Sonderstellung bei. Den entschiedenen Uebergang von Piero7s  
Schule in die Bahn der grofsen siorentiner Meister vollzieht erst L2zm F2Z7ms S,Lucr:M 
7seZZf1J, der grösste Maler der toscanischsurnbrifchen Schule. Latr: cis Egic7Z2io, Wo  
wie er nach dem Vater hiess, war zu Cortona geboren und zwar 1441, falls 
Vafari Recht hat, der ihn im Alter von 82 Jahren sterben lässt; vielleicht aber 
auch etwas später. Die erste urkundliche Nachricht über ihn, einen künstles 
rischen Auftrag in Cortona betreffend, rührt aus dem Jahre 1470 her. Von 
I479 bis zu feinem Lebensende finden wir ihn, oft mehrere Jahre hinters 
einander, häufig in ehrenvollen Aemtern zu Cortona, als Mitglied des Rathes 
der Achtzehn, des grossen Rathes, als einen der Prioren. Dazwifchen war 
er vielfach in künft1erischen Aufträgen abwesend. Zwischen Florenz und Rom, 
Volterra und Loreto war er in ganz Mittelitalien beschäftigt. Allgemein vers 
ehrt, liebenswürdig und von feiner Sitte, lebte er endlich als Greis in feiner 
Vaterstadt, wo er Ende November I523 starb. 
Als Schüler des PiZm xixsgZzi FmJzccsFcJzzi, der lange im benachbarten Arezzo Lehrmeister. 
thätig war, wird er von Pacio1i wie von Vasari bezeichnet. Was er von jenem 
lernte ist zunächst die auf anatomischen Studien beruhende Kenntniss der 
Form, die Darstellung des Nackten. Das Studium der Perfpective diente ihm 
wesentlich zur correcten Darstellung der Verkürzungen; Piero7s Vorliebe für 
architektonische Coulifseneffecte theilte er eigentlich nicht. Nur ausnahmss 
weise sieht man einen solchen auf der Geisselung Christi, die nebst einem gleich 
grossen Gegenstück, der Madonna mit dem Kinde in einer Glorie von Ches 
rubim, aus Santa Maria del Mercato zu Fabriano in die Brera zu Mailand 1V1I3H::;id, 
gelangt ist. Diese Bilder gehören aber sicher zu den frühesten des Meisters,  
und aus der Geifselung mit ihren oft nur zu gewaltsamen Motiven erinnert 
auch die etwas starre Plastik an Piero. 
Zu dessen Einfluss kommt aber offenbar schon früh der  
und namentlich waren die malenden Goldschmiecle, die aus anatornisches Stus  
dium, unermüdliches Arbeiten nach dem lebenden Modell, feine Durchbildung 
des Nackten, äusserste Schärfe und Präcision der Behandlung ausgingen, ein 
x422zwzio PoZZszje2Zo, ein IZZJ7ri2ccJzz.r2, für ihn bestimmend. Wenn aber Signorelli7s 
Zeichnungen nackter Figuren mitunter auch Verwandtschaft mit denen von 
LwmZmIo sitz l7ziJzci zeigen, so kommt das nicht von einer Einwirkung dieses denn 
II J. G. PP7zczgm.s Ueber Leben, Wirken und Werke der Maler Andre;1. Mantegna lind L11cHs 
Signorelli; lBcmmeAs HiPcor. Tafchenbucl1, t85o, nnd Waagens kleine Schriften, Stuttgart 1875s 
S. 80.  JZOFZJ7 7iJcJzZJs: Luca 8ignorelli und die italienische Renaiffance. Leipzig, I879.  U1:s 
kL111dHCh8  namentlich über die öffentlichen Aemter sign0relli7s bei 67imZm2w JlIemtiM: 
N0tizie sul1a cl1iesa del ca1cinaio e sui diritti ehe vi ha il comune di corto11a, Cortona81867, S. 87. 
1s
        

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