Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1237602
Die  
Schulen. 
Der 
Süden. 
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fchloffenen Händen das Kind in ihrem Schofse verehrt, unten zwei 1cnieende 
Engel, in Seitenabthei1ungen vier Heilige; dann eine Geburt ChriPci1J: Maria, 
Jofeph, ein Hirt, vielleicht mit den Zügen des Stifters, und Zwei reizende Engel 
verehren auf den Knieen das am Boden liegende, die Arme emporfireckende 
Kind; ein Chor muf1cirender und f1ngender Engel in der Höhe, in der Lands 
fchaft die Verkündigung an die Hirten. Ein bedeutendes Bild von Fiorenzo, 
ohne Namen, doch mit der Jahrzahl I481, bef1tzt das Mufeum in Berlin: Maria nek1in. 
mit dem Kinde in ganzer Figur auf Goldgrund; beide halten einen Granats hMcWi 
apfel, aus dem der Knabe der Mutter einen Kern reicht. Als Probe der Wands 
malerei fei die Verlobung der heiligen Katharina mit dem Chrisiuskinde, zur 
Seite St. Herculanus, in dem Orat0rium S, Giorgio zu Perugia erwähnt. Rus p2kiJgig. 
mohr hat darauf hingewiefen, dafs BenozZo Gozzoli auf ihn eingewirkt zu Si GWgmi 
haben fcheine, der ja in diefen Gegenden gearbeitet hat, aber manchmal nähert 
f1cl1 Fiorenz0 fogar den Typen Ghir1andaio7s. Behält er die Pcrenge Anords 
nung, die umbrifche Gefuhlsinnigkeit noch bei, fo wird er doch lebendiger 
in den Motiven der Bewegung, arbeitet vielfach, wie bei den Kinderkörpers 
c11en, fichtlich nach dem lebenden Modell und ist klar und licht in der Färbung. 
Piero 
degU 
Franceschj 
und 
feine 
Nachfolger. 
Der älteste urnbriscl1e Künstler, der die Schranken der provinziellen Manier  4Cg1.; 
durchbracl1 und sich ganz der florentiner Renaissancebildung hingab, ist Preuss FmncW1U. 
zi4gsZzi J7m;zi:kFcJz2i, als der Sohn eines Benedetto degli Franceschi in dem Städts 
chen Borgo S. Sepolcro im oberen Tiberthal, östlich von Arezzo, geboren,  
nach feiner Heimath auch J92Z2m Bm;;sJzZJz,s genannt. Das Datum feiner Geburt 
ist unbekannt; es mag um I420 fallen; die erste urkundliche Nachricht über 
ihn stammt aus dem Jahre 1439 bis I44o, in welchen er als Gehilfe eines 
Meisters, der kurz zuvor in Perugia gearbeitet hatte, des Doy7zr72im  
bei dessen Arbeiten in Santa Maria Nuova zu Florenz v0rkommtLI. Er starb 
in seiner Heimath im Jahre 1492. 
Mochte auch die Bedeutung desjenigen Meisters, unter dem er in Florenz 1s1x2k,ssk;1isc1i2 
arbeitete, eine mässige sein, so war doch dafür das frühe Betreten dieser Stadt Radien. 
für Piero,s ganzen Bildungsgang bestimmend. Hier legte er die Grundlage 
zu seiner Richtung, die wesentlich von theoretischen Studien ausging. In erster 
Reihe stand für ihn das von JPm72ksZZeFcJzzi begründete Studium der Perspective; 
an diejenigen Maler, welche dessen Bestrebungen praktisch weiterführten, wie 
II E. Fzi7JZ2s a. a. O. Tf. 16, I7. 
2I oPier0 della Fr:Incescaei nennt ihn IJr7Jm77, indem er behauptet, er fei so nach feiner Mutter 
genannt worden, aber mit dem richtigen Namen hatte ihn feh0n fein Landsmann Im Leim J7zxxfsZi 
citirt. Nachrichten über die am Orte angesehene F:uni1ie Franceschi bei Fm7m2.km Com23f7z7.: Aps 
punti storici e fi1oIogici su la vaIle Tiberina superiore, sansepo1cro I875, citirt in JIJ77zzJzeJiTc Vafari 
und von X. IZ7JtJM7s in dem von P. degli Francesc11i hani1e1nden Abschnitt feines Buches über Luca 
signore1li, S. 63ss76.  Die Stelle aus dem Archive von S. Maria Nu0va zuerst, nach Mittheilnng 
Mi1ane1i7S, in E. JJzz7sze;21.c wichtigen1 Auffatze: nUeber den Maler Pietro deg1i Francescl1i nnd feinen 
vermeintlichen P1agiarius, den Franzis1canerm611c11 Lnca Pacio1icc, Archiv für die Zeic11nenc1en Künste, 
H, Leipzig 1856,  231.
        

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