Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1237578
2I2 
DritteS 
Buch. 
Abtl1ei1ung. 
Zweiter Abfc11nitt. 
und mus1cirenden Engeln umgeben. Alterthümlich wirkt hier der Wechsel 
des Massstabes, obwohl eine architektonische Sonderung fehlt; die Verkündis 
gung ist grosser, als alles Uebrige, die Bruderschaft kleiner als ihre Patrone 
gehalten. Aber in Hinsicht des Ausdrucks ist dies eines der wichtigsten Werke; 
Maria und der Engel find von seltener Zartheit und Innigkeit in den Zügen 
wie in den Geberden, die nur ganz leise an das Gezierte streifen. Eine. andere 
KL3;1lsYY;:c, 5tandarte, aus S. Gregorio in Afs1s1, I468 bezeichnet, in der Galerie zu Karlss 
 ruhe, ist durch den Ausdruck des gewaltsamen, erregten Schmerzes in der 
oberen Darstellung des Gekreuzigten mit Maria und Johannes merkwürdig; 
unten thront der h. Gregorius, umgeben von einer Bruderschaft, von der die 
MäI1l1Ck Ihrs blutig gegeisselten Rücken zeigen. Ziemlich übereinstimmend sind 
 die aus fünf Tafeln bestehenden Altarwerke in S. Francesco zu Gualdo Tas 
Rom. dino1J von I47I, und in der Villa Albani bei Rom, von I475, angeordnet. In 
VHIs1AI1ss11Is der Mitte die Madonna mit dem Kinde und Engeln, im Giebel über derfels 
ben dort die Pietas, während hier der Mittelgiebel zu fehlen scheint, seitwärts 
vier ganze und dort 8, hier 4 halbe Figuren von Heiligen. Auf dem schonen 
Arius. Dom. Gemälde im Dorne zu Assis1, der von vier Heiligen umgebenen Madonna, 
einem in der Compos1tion grossartigeren, in den Bewegungen freieren Werke, 
nebst legendarischen Scenen an der Predella und der Verkündigung im krös 
nenden Giebel, ist die Jahreszahl in der Inschrift verstümmelt. Auch auf dem 
.Fs2ijg.2k,.. erwähnten Altarwerke in S. Niccolo zu Foligno, auf dem, wie der Name und 
di NM0loi Geburtsort, so auch das Entstehungsjahr künstlich in Verse gebracht worden, ist 
letzteres lückenhaft. Dieses, zu den besten Arbeiten des Meisters gehörig, stellt 
die Geburt Christi zwischen vier ganzen und vier halben Figuren von Heiligen, 
in den Giebeln die Auferstehung zwischen den Kirchenvätern, an der Predella 
Paslionsseenen dar. Niccolo,s letztes datirtes Bild ist das I499 bezeichnete 
B2ni2i.,Ilriptycho11 zu Bastia bei Ass1s1: Maria mit dem Kinde und Engeln zwischen 
Sebastian und dem scelenwägenden Erzengel Michael, an der Predella die Pies 
tas, in den Giebeln die Verkündigung und dazwischen Gott Vater. 
äie;zsoislT:Lu Ein ihm nahestehender Zeitgenosse, von dem seine Vaterstadt verschiedene 
Arbeiten bewahrt, war J9zZ2m7zkmzz.rJ JlsJz:5sIcyZJXi aus Foligno, der, in Ausdruck 
und Zeichnung schwächer als Niccolo, doch da, wo das Milde, Innige vors 
wiegt, recht anziehend ist, wie die Freske von I47I über dem Klosterthor von 
Santa Lucia Zu Foligno, die Madonna mit Engeln und zwei weiblichen Heis 
ligen,, zeigt II. Pierantonio da Foligno kommt 1458 zuerst urkundlich vor und 
machte I506 sein Testament. 
Pckugi22. Die bedeutendste Stadt in Umbrien war Perugia; hier war die Nachfrage 
nach Kunstwerken besonders lebhaft, die verschiedensten umbrischen, senes1s 
scl1en, auch slorentiner Künstler arbeiteten für die Stadt, aber die hier eins 
heimische Malerschule erhob sich doch zunächst nicht über das sonstige Durchs 
 sel1nittsmass der Provinz. Der namhafteste Meister seit der Mitte des I5.Jahrs 
1F3s;Lc;1F;Th11nderts war Bc7zcszz7eZw Bzm7zJszsJi3J, dessen Thätigkeit von 1450 an nachweiss 
1J E. FJMey a. a. O. 1l1, Tf. I4. 
2J  Fki7jJZes a.  O. I1I, Tf. II. 
3I Ur1cundlicl1eS über ihn wie über 
tsoriche Perugi11c, Perugia t788. 
 Sie1 
den so 
1e über den Meister .4. JOHN a. 
    
281. 
Lettere pits
        

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