Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1237472
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Buch. 
DrilteS 
Abl11ei1ung. 
Erliek Abschnitt. 
Figuren und wirkung5voller Strassenperspective.s Auch die Randornamentik 
hat hier das bisherige, noch von der Gothik bestimmte farbige Blattwerk aufs 
gegeben und ist in dem neuen Geschmack, den wir gleich schildern werden, 
gehalten. 
Die Laurentiana bewahrt noch ein anderes Denkmal ersten Ranges aus 
derselben Zeit, den Ordo missale aus dem Florentiner Dom CCod. 1o9J, einen 
c;1.mkd.,, kleineren Folioband, dessen Illumination im Jahre I492 bei 6TJzzsmm7o rZxsZ Fort: 
Cgeb. I445, gest. I497J und feinem Bruder JlJMZk bestellt worden war II. Ghes 
rardo, auch Maler und Mosaicist, hatte lich in dieser Eigenschaft an DMzmim 
 angeschlossen, dessen Einfluss man auch in den Miniaturen erkennt. 
Ueber dem Textanfang ist eine anmuthige Darstellung der Verkündigung zu 
sehen, dann folgen weiterhin zahlreiche Vignetten und vor den Canones Miss 
sae ein grosseS Bild des Gekreuzigten zwischen Maria und Johannes mit lands 
schastlichem Grunde und Stadtans1cht; unten Christi Beweinung. Die Umrahs 
mung ist ein altarartiger Aufbau mit einein Tritonenrelief oben und Rosens 
kränzen, die vom Ges1mse herabhängen; entsprechend ist die Textseite gegens 
über verziert. In der Sättigung, Kraft und Klarheit der Farbe reicht kaum 
ein anderes Manuscript der Schule an dieses heran, und namentlich die Bei 
handlung der Landschaft scheint niederländische Einwirkungen zu verrathen. 
nih1i0khpk2H Noch freier kann der neue Geschmack in denjenigen Büchern austreten, 
iF.I1keJkTJj.Tf. die für die Privatbib1iotheken von Vornehmen und Fürsten geschaffen wurden. 
Fäden. Auf sie wurden von den Bestellern wahrscheinlich noch grössere Summen ges 
wendet, und ihr minder grosses Format bedingt eine zartere Behandlung. In 
Florenz standen die Medici an der Spitze der Bücherliebhaber, und in der 
von ihnen gegründeten Bibliothek, der Laurentiana, ist noch manches köstliche 
Buch, das für sie hergestellt wurde, erhalten, so Augustinus de civitate Dei 
CPlut. I2, Cod. I9J und die Opera Aristote1is CPlut. 84, Cod. U, beide für 
Pietro, Sohn des Cosmo, ausgeführt, ferner ein 1466 vollendeter Livius CPlut. 
63, Cod. 2J, gleichfalls mit dem Wappen der Medici. Zahlreiche italienische 
Fürsten bezogen Bücher aus Florenz, wie Herzog Federigo von Urbino, 
für den im Jahre I478 die reiche zweibändige Foliobibel in der Vaticana 
. CNo. I u. 2, Bibl. von UrbinoI durch Vermittlung des Buchhändlers Vespas 
sian0 Filippi2J vollendet ward. Derjenige auswärtige Fürst, der die Schreis 
 ber und Maler in Florenz vorzugsweise beschäftigte, war Matthias C0rvinus, 
v0HoE1liZ:Ik1. König von Ungarn  dessen Bücherliebhaberei sogar die der Mes 
 dici übertraf. Die grossartige Bibliothek, die er gegründet hatte, ist in alle Welt 
zerstreut worden, viele Bücher aus derselben kamen schon früh in die kaisers 
liche Bibliothek zu VVien, andere sind in den verschiedensten Bibliotheken 
Europas zu finden. Ein Rest aus der türkischen Beute ist vor kurzem vom 
Sultan dem Nationalmuseum zu BudasPest übergeben worden. 
sc12kik:. In diesen slorentiner Producten wetteifern die Kunst des Schreibers und 
 die des Illuminators mit einander; auch die Schrift in den Arbeiten eines 
Niccolo da Faenza, eines Antonio Siniba1do von Florenz ist vom Ges 
schn1ack der Renaissance ergriffen, hat die gothische Stilis1rung mit ihrer eckis 
U Leben des 67zewJsrZs; nebst Commentak des Herausgebers 
ej Ueber diesen f. IX7xzZZe7zZii2cJz: schriftwefen, 2. Anklage, S. 
in ZWZxmefi7.s 
411, 469. 
Vafari,
        

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