Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1237406
Die Florentiner Schule. 
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ma1er feit Mafaccio hinaus; in der Farbe und Behandlung zeigt er hier einen 
grofsen Fortfchritt gegen alle früheren Werke; die Härten sind durch males 
rifche Breite des Vortrags überwunden. 
Annähernd auf gleicher Stufe ftehen die Wandbilder der Capelle der heis Gims222 
ligen Fina in der Pfarrkirche zu S. Gimignano: am Gewölbe die EvangesIsk2kii;iikTii;Ti. 
listen, in den Zwickeln Propheten, an den Wänden zwei grofse Gemälde: der 
Heiligen erscheint St. Gregor, und die Beweinung derfelbenIJ, letztere in allen 
Hauptmotiven ein Nachklang der eben gefchilderten Todtenfeier des heiligen 
Franciscus.  
Auf die Saffetticapelle folgte noch ein gröfseres Werk in Florenz, die im q;1tc3lkF;z.. 
Auftrage der Familie Tornabuoni unternommene Ausmalung des Chores in  N0D211T.m 
Santa Maria Novella, wo Ghirlandaio7s Fresken  laut Inschrift 1490 v0ls 
lendet  an die Stelle verd0rbener Bilder von OJscz1z772xz traten II. Jede der 
drei Wände enthält in drei Reihen fechs Bilder und zu oberft ein f1ebentes in 
der Spitzbogenlünette. Die Fensterwand mit ihren fchmaleren Bildern zeigt  
zu unterst den Stifter Giovanni Tornabuoni und feine Gattin, hierauf die 
Verkündigung Marias und Johannes den Täufer als Knaben in der Wüfte, als 
Repräfentanten der heiligen Erzählungen, denen die zwei Seitenwände gewidmet 
find, zugleich deren zunächst stehenden Bildern sich anfchliefsend; darüber St. 
Dominicus und den Tod des Petrus Martyr, da ja die Kirche dem D0minis 
canerorden gehört; in der Lünette, wie es fcheint, Gott Vater in einer Glorie 
von Heiligen, den Schutzpatronen von Florenz. An der VVand links breitet 
sich die Marienlegende aus: die Zurüclcweifung von Joachims Opfer und die 
Geburt Marias, ihre Darstellung im Tempel und Vermählung, die Anbetung 
der Könige und der Kindermord, zu oberst Tod und Himmelfahrt der Jungfrau. 
An der Wand rechts die Legende Johannes des Täufers: Der Engel erfcheint 
dem Zacharias im Tempel und die Heimfuchung; die Geburt des Johannes 
und Zacharias, der die Sprache wiedergewinnt, als er den Namen des Kindes 
fchreiben will; die Predigt des Johannes in der Wüfte und die Taufe Christi; 
in der Lünette der Tanz der Herodias. Am Gewölbe endlich die Evangeliften. 
Die Auffaffung ist nicht eigentlich originell, aber die Vorgänge find statts 
lich und eindrucksvoll gegeben bei kräftiger Individualif1rung und meisters 
hafter Bewältigung der Maffen. Obwohl eine gehaltene Würde, oft fogar ein 
Zug des allzu Ceremoniellen durchgeht, ist der Maler doch auch da, wo es 
die Sache gebietet, höchfter Kühnheit der Action fähig, wie auf dem leider 
halb zerstörten Kindermord. Mit Fm FZiZziPFo LzPJdzi und FziZZAOzi72k7 theilt Domes 
nico die Vorliebe für zahlreiche Nebenf1guren, die JlJ4JxzxrZio noch nicht kannte. 
Da hat er bei der Zurückweifung von Joachims Opfer f1ch felblt, feinen Bruder 
Damals, feinen Meister .s4ZiIc2  feinen Schüler BczjZzZzJm Jlsfrzi7szczmZzi 
angebracht. Zu den Seiten des Zacharias im Tempel erblicken wir zahlreiche 
Mitglieder der Familie Tornabuoni und anderer florentiner Gefchlechter, 
f0wie berühmte Gelehrte, Marsilio Ficino und Polizian, unter den Frauen, 
die bei der Heimfuchung, der Geburt der Jungfrau auftreten, die berühmtesten 
Schönheiten der Stadt. Trotz aller Epifoden bleibt aber doch die Gefchloffens 
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einige Farbendrucke der 
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