Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1237156
17o 
Drittes Buch. 
Abt11eilung. 
Erster Abschnitt. 
1ss10k2.12. zu Florenz: die thronende Madonna zwischen Barnabas, Michael, Johannes dem 
Ä1WcM9Evangelisten, Augustinus, Ambros1us und Katharina; zwei Engel halten Marters 
werkzeuge, zwei andere schlagen plötzlich die Vorhänge des Baldachins zurück; 
die Architektur ist hier von besonderer Schönheit; Maria hat etwas Triumphis 
rendes im Ausdruck. Ebenda befindet sich die aus S. Marco stammende Krös 
nung Marias durch Gott Vater; unten der erregte Greis Johannes der Evans 
gehst, Augustinus, Hieronymus, mit grossartigem Ausdruck, und Eligius. Das 
grösste Altarbild, das Sandro geschaffen, ist eine im Auftrage von Matteo 
Palmieri für S. Pietro Maggiore ausgeführte Himmelfahrt Marias mit den 
Chören aller Heiligen und der Stifterfamilie sowie den Aposteln am Grabe, 
 jetzt in Hamilton Palace bei Glasgow1J. Durch grossartiges Pathos wirkt das 
 breite Bild der Pietas in der Pinakothek zu München: der Christusleichnam 
 im Schosse der Mutter, Johannes und drei Marien, Petrus, Paulus und Hieros 
nymus. Das vollendetste aller Tafelgemälde Sandro7s ist aber die Anbetung der 
Könige in kleinen Figuren, im Austrage der Medici für S. Maria Novella ges 
E1f::iHkZei:;;, malt, jetzt in den Uff1zien. Der älteste König trägt die Züge des Cosmo von 
Medici, noch andere Bildnisse aus der Familie sind zu erkennen; im ganzen 
enthält das Bild über dreissig ganz ausgeführte, individuelle Köpfe. Auch die 
Behandlung der Zeitcostüme, der Landschaft ist musterhaft. Eine Anbetung 
des neugeborenen Christuskindes durch Maria, die Hirten und Könige mit zahls 
RHki:;1;2F1,. reichen jubelnden Engeln und sich bergenden Teufeln, in der NationalsGalerie 
igi2.iskfc. zu London, ist geistvo1l und sorgfältig ausgeführt, doch in manchen Motiven 
von übertriebener Bewegtheit und zugleich ein Document für Sandro7s Piags 
nonensGes1nnung D, indem eine lange Inschrift in griechischer Sprache besagt, 
dass es im Jahre I5oo unter den Verwirrungen Italiens gemalt sei, worauf der 
Hinweis auf eine Stelle ders Apokalypfe folgt. 
..xs1.2g0ki.2, Im feierlich repräsentirenden Stil ist die thronende Stärke in den Ufsizien 
EF3.JZ,IJ gehalten, die Sandro im Anschluss an andere Allegorien von den Brüdern Pollas 
jolo für die Mercatanzia Cdas HandelsgerichtJ in Florenz gemalt hatte, mit ziers 
lichen Einzelheiten und guter Stoffmalerei in der Rüstung. 
 Sandro zeichnet sich auch in der Bildnissmalerei aus, die damals mehr und 
mehr in Gebrauch kam. Es überwiegen einfache Brustbilder in Prof1l, von 
schlichter Auffassung, ohne Betonung des Beiwerks, mit einsarbigem Grunde. 
Das Aeusserste an simplicität leistet das Prof4lbild einer reizlosen Bürgersfrau 
 im Palazzo Pitti, dort fälschlich für die s:bella Simonettaci angegeben. Anzies 
Hm. hender sind die Büsten jugendlicher Frauen mit reich geschmücktem Haar im 
ksk222kku;k.Städellschen Institut zu Frankfurt und.irn Berliner Museum CI06 aJ, wo sich 
Berlin. ausserdem das treffliche Portrait des Giuliano de7Medici befindet. 
 Besonderes Interesse gewähren endlich diejenigen Gemälde Sandro7s, in 
ZEIT denen er antike Gegenstände behandelt. Er war keineswegs der erste, welcher 
solche in Florenz einführte; Vasari erzählt z. B. von dem florentiner Maler 
 ZJZZZc2 sgeb. um 14o4J, der lange in Spanien war und dann nach der Vaterstadt 
 zurückkehrte, dass er Truhen mit Jagden, Turnieren, Spielen und Festen, aber 
II Vgl. MeageJz: Treasures, IlI, S. 296.  Zu Vafari.s Zeit war der Verdacht aufge1commen, 
auf dickem Bilde der BeA:e11er und der Maler lich fchwer in Ketzerei verfii11digt. 
      
dass
        

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