Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1237065
Florentiner Schule. 
I61 
den UfHzien1J, erscheint er als ein 
Pcimmter, aber 11üchterner Rea1jfi. 
f orgfä1tiger, 
in 
den 
Einzelheiten 
fcharf bei 
C. Fra Filippo Lippi und feine Nachfolger. 
Was der von Paolo Uccello beherrschten Gruppe von Künstlern, die im 
Realismus der Form und im Studium der Perfpective als Mjtstrebende Mai 
saccio7s gelten können, doch diesem gegenüber fehlte, war die Harmonie der 
Durchbildung und das malerifche Gefühl. So kamen sie nicht über das EXs 
perimentiren hinaus und gelangten zu keinen rein künftlerischen Resultaten. 
Als echter Nachfolger Masacciols steht erst J7m FziZz:YPo LzlJJzJzi da. Er war nur Fk2 Fiiipp0 
wenige Jahre jünger als Masaccio selbst. um 1406 geboren, der Sohn eines L1ppL 
Fleischers Tommaso Lippi, wurde als etwa achtjähriger Knabe nach dem. Tode 
feiner Eltern in das Carmeliterklofter zu Florenz gethan und dort 142I einges  
kleidet. Er wuchs somit in demselben Kloster heran, in welchem Masaccio seine 
Meisterwerke schuf, und das Studium derselben kann schon zu der Zeit, in 
welcher sie gemalt wurden, begonnen haben. Ob Filippo damals sich als  
eigentlicher Schüler an Masaccio angeschlossen hatte, lässt sich freilich nicht 
entscheiden. Nachdem er anfangs manches, was nicht mehr erhalten ist, in 
seinem Kloster gemalt, verliess er dasselbe um I431, offenbar mit Bewilligung 
seiner 0beren, um in der Ausübung der Kunst an verschiedenen Orten uns 
gebundener zu sein. Er blieb zunächst, wie es scheint, in Toscana; vom 13. Aus 
gust I439 ist eine höchst bewegliche Bittschrift an Piero de, Medici, in der er 
sich als einen der ärmsten Brüder in Florenz schildert, datirt. In der Folge 
wurden dem Künstler einträgliche Pfründen ausgewirkt; so ward er Anfang 
l456 Caplan des Nonnenklosters santa Margarita in Prato. Hier ereignete sich 
ein Scandal, der für die damalige Zuchtl0sigkeit im geistlichen Stande, übrig 
gens auch für die Unnatürlichkeit klösterlicher Existenz charakteristisch ist. 
Fra Filippo verführte eine schöne Nonne in eben diesem Kloster, Lucrezia 
Buti, und entführte sie später in sein Haus, wo sie einen Sohn, den berühmten 
Maler f7z7ziPPi22z2 LzPFi, gebar. Hierher folgte ihr bald ihre Schwester Spinetta; 
I458 wurden beide nebst drei anderen flüchtigen Nonnen zum Wiedereintritt 
in ihr Kloster gezwungen und neu geweiht; aber durch eine Klage aus dem 
Jahre 1461 erfahren wir, dass beide Schwestern nochseinmal in Filippo7s Haus 
geflohen waren. Auf Verwendung Cosmo1s von Medici für den berühmten 
Maler machte Papst Pius II. der Sache dadurch ein Ende, dass er diesen wie 
Lucrezia ihrer Gelübde entband, so dass dieselbe fernerhin als rechtmässiges 
Weib bei ihm bleiben konnte 2g. Filippo starb am 9. October I469 zu Spos 
Iet0, wohin er durch einen künstlerischen Auftrag geführt worden war. 
Ihn mit Masaccio zu vergleichen legen zunächst feine Fresken nahe, unter w;.k.2ii2iidsk. 
denen die um i452 begonnene und nach langer Unterbrechung wahrscheinlich 
1464 vollendete Chorcapelle der Pfarrkirche zu Prato das Hauptwerk ist. Am  
1J Allerdings nicht beg1aubigt und nicht bei Vafari erwähnt; früher in der Cape1le 
Cafaggi010. 
2J Das über diese Angelegenheit bisher Bekannte ist in ZlJiZczmf9.v Vafari, II, S. 633 
urkunc11iches Material ergänzt und bekic11tigt worden. 
Gsrchi2:h:e d. M2tekci. II. U 
der VilIa di 
durch neues
        

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