Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1236832
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DritteS Buch. 
Abtheilung. 
Erster Abfc11nitt. 
Modell BJs2mcZZe.5cJzz7F zur Domkuppel wird angenommen, und es beginnt deren 
Bau; Lmw2.Ic2 67Jz2ZZ;sZz. erhält nach Vollendung der zweiten Br0nzethüre des 
Baptisteriums, deren BelTandlung lich noch der älteren Thüre des x47mI72m 
P;fm2o anfchlofs, den Auftrag zu der dritten, bei der er nach neuen Grunds 
fätzen verfuhr; J1XJczJzzccz22 offenbart feinen Geniu5 in den Fresken der Capella 
Brancacci1J. Von nun an entwickelt die florentiner Kunst der Frührenaiffance 
auf immer breiterer Bahn lich bis zum Ende des 15.Jal1rhunderts weiter, übers 
dauert den Tod Lorenzo7s von Medici und den Fall feines Haufes und 
findet erst in der Zeit von Savonarola7s Parteil1errfchaft ihren Abfcl1lufs. 
Maf0lino 
und 
Mafaccio. 
Ma;:Hno JMxJzzcxio ist der bahnbrec:hende Geist unter den H0rentiner Malern, aber 
M2r2ccio. mit ihm vereint muss sein Vorgänger MnJoZzJ2o gewürdigt werden. Trat uns 
in den Brüdern Ums EJ2rJJ eine neue Richtung fertig und vollendet entgegen, 
während uns die Kenntniss ihrer unmittelbaren Vorstufen verborgen blieb, so 
sehen wir hier dagegen in dem älteren Masolino schon die Anfänge des Stres 
bens, das der jüngere Masaccio zum Ziele führt. Geht er auch nur auf dem 
Wege fort, den schon Mafolino betreten, so ist doch der letzte Schritt, den 
er thut, zugleich der entscheidende. Dieses Verhältniss zwischen Masolino 
und Masaccio hatte bereits Vasari klar erkannt, obwohl feine biographischen 
N0tizen über beide höchst mangelhaft sind, und er sogar die Leistungen des 
Einen und des Anderen mitunter verwechselt, was vielleicht um so erklärs 
licher ist, als beide denselben Namen Mas0 CTi1omasJ führten. 
Neue urkundliche Forschungen haben uns über die wichtigsten Daten 
MB;FH:3Fleda aufgeklärt 2J. JlJcZJoZiJcz2 de; PxmzixzzZcs, so genannt nach seiner Geburtsstätte, einem 
 Gehöft im Arnothal, war nach urkundlicher Angabe im Jahre 1427 43 Jahre 
alt, also um I383 bis I384 geboren, und der Sohn eines Anltreichers Cristos 
foro di Fino. Erst sehr spät, am 18. Januar I423, wurde er in die Gilde der 
medici e speciali zu Florenz aufgenommen. Noch I425 war er in Florenz ans 
wesend, indem er am 8. Juli daselbst von einer Bruderschaft an der Carmeliters 
kirche eine kleine Zahlung empfängt3J. Bald nachher aber muss er einem 
Rufe in weite Ferne gefolgt sein, nämlich nach Ungarn in den Dienst des 
Filippo Scolari. Dieser, ein Florentiner aus einer herabgekommenen ghis 
bellinischen Familie, war als Kaufmann nach Ungarn gelangt, hatte dort sein 
Glück gemacht, sich als Kriegsmann ausgezeichnet und war im Dienste Kaiser 
sigismunds zur Stellung des 0bergespans von Temesvar gelangt. Er blieb 
in fortwährenden Beziehungen mit seiner Vaterstadt Florenz, wo er als vPippo 
Mak0lin0 
und 
Mafaccio. 
1J Ueber die Literatur zur Geschichte der italienifchen Malerei vgl. Bd. II, S. 412, Anna. In 
erster Linie lieben CJsowe und C::7JizZmJcZZe, Bd. II und III, Cc:ye1.s Carteggi0 und die jetzt bis zum 
dritten Bande gediehene VafariiAnsgabe von JkJfZ:zJiM, die der I,c JlJwmf.eis7fcl1e11 gegenüber noch manche 
neue Daten und Noti2en enthält.  Von der älteren Literatur bleibt BtzZeZi;72zcri trotz feiner Kritiks 
10ligkeit und Breite noch immer wegen Za.h1reicher urkundlicl1er Notizen, die er gefa1nmelt hat, beacl1s 
tenswerth. 
  2J GxzMz7zo ZlJ27zzJ2ej im Gi0rna1e storico clegli Archivi Toscani, IV, S. 192. 
 3d Libr0 d7Entrata e Uscita der Compagnia di S. Agnese de1le Laucli presse il Carmine. Im 
Staatsarchiv zu Florenz. Mitgethei1t von Jc7m:ZZswz Es. u.J S. I60.
        

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