Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1236723
des 
Schulen 
Die deutschen 
I s.. Jahrhunderts. 
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der Kindheit Christi auf den Aufsenfeiten der Flügel. Zahlreiche Bilder aus 
diefen Gegenden enthält die Gemäldefammlung im Stifte Klofterneuburg: rct0ii22.. 
einen Flügelaltar aus der Urfula1egende von I464, ferner 24 Tafeln mit erzähs 1MW3. 
lenden oder fymbolifchen DarPcellungen aus der Marienlegende. stärker ift 
der flandrifche Einflufs in einem I476 datirten Flügelaltar aus dem nahes 
gelegenen Kornneuburg, der in der Mitte die Auferfiehung enthält. Von 
vier Paff1onsbildern auf Goldgrund im Wiener Belvedere trägt die Geifselung Wien. 
dLe Bezeichnung R. F.B1;1,5I. cI1JiebFärbP11k1g il; ll1icPt, Idie Auffaffung lebendig 
a er derb, etwa wie in i ern er aieri c en c u e. Eine zufammenhängende 
Folge von Tafeln zu Klofierneuburg, von denen vier die Gefchichte Johannes K10aek. 
des Täufers, vier die Paffion und vier die Legende des Stifters St. Leopold Ruhms. 
darPcellen, hat in den Charakteren und Motiven noch ein etwas fcl1üchternes 
Gepräge, aber zeigt glückliches Raumgefühl, durchgebildete Landfchaft ohne 
GOldgrund und faubere, zarte Behandlung. Eins der Bilder enthält die Jahrs 
Zahl I5oI, ein anderes den ausgefchriebenen Namen Ä7zzZZzz7zyZ. In der That ist 
Euch eine Familie diefes Namens in Wien nachweisbar. 
Alles, was fonPc von baierifcher und öPcerreicl1ifcher Malerei diefer Periode 
erhalten ifi, wird aber übertroffen durch den berühmten Altar zu St. Wolfs 
Fang im Salzkammergut, vielleicht dem fchönften Schnitzaltar in deutschen 
Landen, der, nach der Infchrift, im Auftrage des Abtes Benedict zu Mondfee 
durch Meifier JlJixJz4zz2Z J7i1xJzxsr von Prauneck CBruneck in TirolJ im Jahre 148I Mi211.221 
Vollendet worden ifi. Schon 1467 kommt diefer MeiPcer in feiner Heimatftadt Fächer. 
urkundlich vor, bereits zwei Jahre früher, 1465, hatte er den Altar zu Ried 
bei Bozen, jetzt im 0ePcerreichifchen Mufeum in Wien, vollendet, in deffen 
Lky1fchrift fein Name die wälfche Form.Pacar hat, und I47I fchlofs er einen 
ertrag über einen Altar für die Pfarrkircl1.e zu Gries bei Botzen ab1 , der 
dort noch in feinen Hauptthei1en erhalten ifi. Aus dem Wortlaut des Vertrage,s geht 
hervor, dass er die Schnitzwerke wie die Malereien übernahm, und fo if: auch 
beim Altar in St. Wolfgang die meiPcerhafte und trefflich bemalte H0lzsA1mvoci 
fChnitzerei mit der fchönen Hauptgruppe der Krönung Marias im mittleren  
schreine eigentlich das BedeutendPce. Auch die GemäTde haben aber hohen 
künftlerifchen Werth. Aufsen lind zunächfi: vier  etwas flüchtiger behandeltess 
Scenen aus der Legende des heiligen Wolfgang zu fehen. Beim 0effnen des 
CkPcen F lügelpaares erblickt man dann acht Scenen aus dem Leben und den 
VVundern Christi, beim zweiten 0effnen, neben dem mittleren Schnitzwerk, 
ChriPci Geburt, die Befchneidung, die Darstellung im Tempel und den Tod 
Marias. Auch die Altarftaffel hat gemalte Flügel, welche innen Heimfuchung 
und Flucht nach Aegypten, aufsen die vier Kirchenväter darftellen. Die Rücks 
fEIke des Schreins enthält zwei Reihen Heili0enH0uren zu den Seiten des 
kieHgen Chrifiophorus, darunter die vier EvangeOliPceri und rührt wahrfcheinlicl1 
V0n einem felbfiändigen Gehülfen her, der hier auch, die befondere Jahreszahl 
I479 angebracht hat. In allen übrigen Partien tritt uns ein Meifier von einem 
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