Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1236640
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Schulen des 
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geht ein Zug idealer Geftihlsweife, und die Farbe ist hier zu freudiger Hars 
monie und leuchtender Klarheit gesteigert.   
Zwei Bilder für das Katharinenklosier, in der Augsburger Galerie, zeigen A3ZYzzkg. 
den Meister auf derselben glücklichen Bahn: das Votivbild der Familie  ne. 
Waltl1er von 1502; die Heilung des Befesfenen, die Speifung des Volkes, in 
der Mitte die Verklärung Chrifii, unten in lebendigen kleinen Figuren die 
Stifterfamilie; dann ein zu der Folge der Baf1liken gehöriges Gemälde: die 
Bafilika St. Paul vor den Mauern, wahrfcheinlich um I504 entflanden. 
Oben ist die Verfpottung Christi zu fehen, links die Taufe des Paulus, in der 
Mitte die Predigt des ApoPcels in einem Kirchenraum, weiter vorn fein Abs 
fchied von Petrus und feine Enthauptung, in der Abtheilung rechts endlich 
feine Beftattung. Mehrere Nebenfcenen enthält die reiche, trefflich bel1andelte 
landfchaftliche Ferne. Auch hier verrathen f1ch wohl noch einzelne Schwächen 
in der Form, befonders in den Füfsen, manche fpätgothische Ueberladung 
III den Gewändern, manche Uebertreibung in lebhafteren Motiven. Dennoch 
find die Fortfchritte im dramatifchen Leben, in der klaren Handlung und 
Geberdenfpraehe, im Verl1ältnifs der Figuren zu ihrer Umgebung, in der 
rnalerifcl1en Behandlung und coloriPcifchen Haltung bedeutend. sprechende 
Charaktere, ganz aus dem Leben gegriffen, treten uns namentlich unter den 
NebenHguren entgegen; alle Abstufungen, von dem abenteuerliehswilden Kriegss 
knec:hte, der Petrus hält, bis zu der reizenden RÜckenf1gur der heiligen Thekla 
Unter den Zuhörern des Apostels und zu der treuherzigsfchlichten Gruppe des 
Malers mit feinen beiden Knaben bei der Taufe, Und vorhanden. Trotz der 
entarteten Gothik in Umrahmung und Abtheilung des l3ildes zeigt der Meisier 
Ach hier fähig, einem freieren, modernen Stil zuzuslreben, und wie er das hers 
nach wirklich vollbrachte, werden wir fpäter fehen. 
Die 
fränkifcl1e 
Schule. 
In Franken wurde das gewerbfleissige Nürnberg immer entschiedener Nii.sn1222sg. 
der Mittelpunkt des 1cünsileriscl1en Lebens. Der berühmteste Maler war hier 
JV7UMEZ IXIJoHgwyzziZ1J, geboren I434, gestorben am 30. November I519. Er ;rri2h221 
kommt zuerst 1473 in den Bürgerbüchern von Nürnberg vor, wo er die Wittwe M01gUW 
des 1472 gestorbenen Malers HmzF  geheirathet hatte, und in dessen 
Haus auf der Sebalder Seite das Geschäft fortsetzte. Später war einer der 
stiessöhne, IX1XiZJzeZ7;Oz PXeJJzZc7z2rJzz72JI fein Cornpagnon, derselbe wird aber schon 
Anfang I495 als verPcorben erwähnt. Die Gemälde, die wir von WVolgemut 
kennen, bestehen grösstentheils aus Flügelbildern verschiedener zum Theil ganz 
gk0fser Altare, von denen einige durch alte Zeugnisse beglaubigt sind. Er 
War ein grosser Unternehmer, der sich Aufträge diefcr Art, und zwar daheim 
wie an anderen Orten, übertragen liess und sie mit Hilfe zahlreicher Gesellen 
ZU Stande brachte, wobei wahrscheinlich auch die gefcl1nitZten Figuren in feiner 
Werkstatt geliefert wurden. Das Verfahren war ein handwerlcsmässiges, aber
        

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