Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1236476
Buch. 
Driti.es 
Abtheilung. 
Dritter Abschnitt. 
fein Werk sogar auf 2I2 Nummern gebracht, und beide haben in ihrem Vers 
zeichniss mit den echten Arbeiten des Meisters viel vereinigt, was gewiss nicht, 
 derselben Künstlerindividualität, sondern nur verwandten Richtungen innerhalb 
derselben Zeit angehört, und eine streng kunsthistorische Revision wäre hier 
am Platze. Von zahlreichen profanen Darstellungen, spielkarten, lnitialen, 
0rnamenten, die ihm beigemessen werden, ist kein einziges Blatt durch Monos 
gramm und Jahrzahl beglaubigt. Dennoch sei über diese Bilder wenigstens noch 
ein Wort gesagt. Unter diesen Gestalten und Genrescenen finden wir eine 
Fülle von Motiven, die für die Sitten der Zeit, ihre joviale Heiterkeit, auch 
ihre Lascivität charakteristisch sind, und welche die Zeichner mit vieler Kecks 
heit festgehalten haben. Das Geistreichste und Uebermütl1igste ist namentlich 
ein Alphabet gothischer Minuskeln, die aus Thieren, oft in phantastischer Zus 
sammenstellung, Reiterkämpfen, aber auch aus erotischen Scenen von bedenks 
lichster Ausgelassenheit mit Mönchen, Nonnen und Schalksnarren bestehen. 
Boccaccio hat seine Bettelmönche nicht in schlimmerem Lichte erscheinen 
lassen. 
Nachdem der Kupserstich durch Meister wie die beiden zuletzt Genannten 
breiteren Boden und grössere technische Entwicklung gefunden hatte, lassen 
sich auch fernerhin zwei Richtungen, die mit einander wetteifern, die nieders 
Ni2k12k.ländischsniederrheinische und die oberdeutsche, unterscheiden. Echt 
Hader. flandrischen Charakters sind die Arbeiten eines Meisters, den man fast nur im 
Kupferstichcabinet zu Amsterdam zusammenhängend kennen lernen kann und 
1v12iikek von den DucheSne Aine1J nur nach einem handschriftlichen Datum als JlseXeJs Am: 
Wo. 14eYo in die Kupferstichkunde einsührte. Das Vorzüg1ichste sind seine Gestalten 
und Gruppen aus dem Volksleben, erfüllt von jenem derben, herzhaften Humor, 
wie ihn später Pzk2Zx2Js BmZzrJ2csZ zu einer bleibenden Eigenthümlichkeit der nieders 
ländischen Kunst macht. Unter den Arbeiten anderer niederländischer Stecher 
wk.pp2k, verdient das grosse Wappen Karls des Kühnen CBrüssel, BibliothekJ als Haupts 
lic3ciil1s:iTiT.S Werk flandrischer Technik Erwähnung. Eine der grossartigsten Compositionen 
dieser Zeit und Schule ist das vom van Eyck,schen Geiste erfüllte Blatt mit 
39k,.aH,kpze1 dem König, der in Gegenwart des Hofes mit dem Tode Schach spielt, während 
n3isI,ZlF,m ein Engel das Stundenglas hält 2J. Aus dem Ende des I5. Jahrhunderts ist 
Msiikek d2k der sogenannte JlJcs;Jz1e7s May GEgkJ;jZZiJzzZe gar Bz2cmccio hervorzuheben, ein Künstler 
GegcTFTJlde von echt holländischem Charakter, mit derb genrehaften Zügen und dennoch 
B0Mcms ungeschickt in der Action, ohne Zusammenhang in der Gruppirung bei ges 
 ringer Kenntniss der Perspective, mögen auch weite F ernblicke in Städte und 
Ai2kkdu Landschaften bei ihm vorkommen, Dann flZmsZ Xa JJxx7;IesZZ, der aber wesentlich 
HEXEN. nach einem anderen Meister, J17zL:sJwzjJ;;szzks Eos, gestochen hat. 
Meiste, mit Den JUZZZZe7s 74z2iZ zZeJ7z IX7ZFcsJsJtJz;JxJzZJ2 nennt man einen Stecher, der seinen 
d,F;FkTIETT.Initialen J. A. öfter ein Werkzeug beigefügt hat, das für ein Weberschiffchen 
gehalten wurde, und der aus Zwolle in Holland stammt oder wenigstens dort 
lebte, da einige Blätter die abgekürzte Heimatsbezeichnung tragen. Seine 
Geschmacksbildung ist gering, sein Realismus hat etwas Trockenes und Kleins 
1J Voyage d7un.ic0nophi1e S. 24I. 
2J Das Exemplar im Bafe1er Mufeum 
Meisters B. R. mit dem Anker. 
Trägt 
das mit 
Stempel 
dem 
eingedruckte Monogramm 
des
        

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