Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1236441
Schulen des 
Die deutfchen 
I Z. Jahrhunderts. 
H01zrc1mitk 
und 
KupferPcich. 
1n der zweiten Hälfte des I5. Jahrhunderts greifen die Techniken des 13zkHMk, 
Bilddruckes, der Holzschnitt und der Kupferstich, bedeutfam in die Kunsts 
geschichte ein U, und zwar besonders in Deutschland. Die Geschichte und die 
Analyse dieser Techniken gehören an und für sich nicht in den Rahmen unferer 
Darstellung, nur soweit Erfindungen der zeichnenden Kunst in ihnen zu Tage 
treten, müssen wir sie berücksichtigen. 
Der Holzfchnitt ist hervorgegangen aus dem Zeugdruck. Durch hölzerne z,3ugdMk. 
Model wurden den gewebten Stoffen Muster, Verzierungen, selbst sigiirliche 
Darstellungen aufgedruckt als Ersatz für gestickte oder eingewebte 0rnamens 
tation oder auch als Vorzeichnung für Stickereien. Dass dieses Verfahren 
schon im I4. Jahrhundert zu umfangreichen bildlichen Darstellungen benutzt 
wurde, beweist die sogenannte Tapete von Sitten II. Nach Ende des  dann 
aber namentlich seit Anfang des 15. Jahrhunderts wurden Abdrücke ges 
fchnittener Holzstöcke auf Papier gemacht. Die Linien der Zeichnung blieben,  
während das Uebrige mit dem Messer weggeschnitten wurde, erhaben stehen 
und druckten mittels der auf ihnen aufgetragenen Farbe. Das Drucken selbst Dank. 
geschah zunächst durch eine höcl1st primitive, unvollkommene Pressung; ein verfahren. 
Fortschritt waren dann die Drucke mit dem Reiber oder streichballen. Sie 
wurden endlich durch ein vervollkommnetes Verfahren, den Druck mittels der 
wirklichen Buchdruckerpresse, verdrängt. Da aber das Publicum nicht bloss 
eine schwarze Umrisszeichnung, sondern ein farbiges Bild verlangte, wurden c01k2kiku:2g. 
dann die so erzielten Abdrücke gewöhnlich noch colorirt, meistens durch 
Patronen. Die Forn1schneider, zugleich Kartenmacher und Briefmaler, bi1deten r31Y11;r:Hck 
ein besonderes Gewerbe, waren aber meist mit den Malern und den verwandten  
Gewerben zur selben Bruderschaft oder Zunft vereinigt. Lagen ihren Dars 
stellungen auch häufig Vorzeichnungen von Malern zu Grunde, so fielen dies 
felben doch bis gegen Ende des II. Jahrhunderts höchst roh und unbeholfen 
aus. War aber das Bild durch das ganze Mittelalter hindurch ein Werkzeug 
der Belehrung gewesen, so wurde das um so mehr der Fall, seit die Mittheilung an 
immer weitere Kreise nun durch den Bilddruck gefördert wurde, der also nicht 
bloss in technischer Hinsicht, sondern auch in geistiger Beziehung ein Vors 
läuser des Buchdruckes ist. 
Den Gegenständen nach find die Holzfchnitte zunächst Heiligenbilder, wie G7g2k2. 
sie an den Kirchthüren und auf den Messen verkauft wurden. Dazu kommen Hände. 
Folgen aus der biblischen Geschichte oder aus Legenden, alleg0rische Dars 
ste1lungen erbaulichen Charakters wie das yspecu1um humanae 3a1Vaki0niskx 
Oder d1e vTurris sapientiaea, profane Darstellungen verschiedener Art, Kalender, 
NeuJahrswunsche, sp0ttblätter und besonders spielkarten. An die einzelnen 
II El. J77msZjcJz.s PeintresGraveur, Bd. VI und X.  J. D. J7czJcz7Jmzz.s PeintreiGraveur, I U. II: 
Leipzig I860s  T. O. UJeiFZZ u. ZgEeMzzz72n: Die Anfänge der Druckerk11nsk in Bild und sChkIfks 
Leipzig 1866, 2 Bde. Abbildungen.  Z:Yk227wi;z.s Die Ho1zfchnitte des german. Mufeums, NürnbekEs 
c1e5gI.  F. L2:jkzi22zamz: Ueber die Anfänge der F0rmfc:11neide1cuni1: und des Bi1ddruc1ces; Repertor1um 
für Kunfiwiffenfc11aft, I. S. 215.    
2I Fem7. Ä,eZZcJs in den Mitth. d. antiquar. Gefe11fc11aft, Ziirich, B. IX; Heft 6s Eine 1tahemrche 
Arbeit. 
7 F  
        

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