Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei der Renaissance
Person:
Woltmann, Alfred Woermann, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1235000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1236389
deutschen 
Schulen 
Ja11r11undert5. 
schrein mit der geschnitzten Darstellung von Magdalenas lslimmelfal1rt zeigen 
die Gemälde der geöfsneten Flügel die Heiligen Martl1a und Lazarus als 
Bischof. Ihre Aussenseiten sowie die seststehenden Felder daneben enthalten 
I6gendarische Darstellungen aus der Magdalenens und LazarussGeschichte. Im 
Spitzbogenfelde, welches das Ganze krönt, ist das Gastmah1 des Pharisäers, 
bei welchem Magdalena die Füsse Christi salbt, zu sehen. In den legendarischen 
Scenen walten Beweglichkeit und Fähigkeit anscl1aulicl1er Erzählung; Köpfe 
und Hände sind meist ziemlich verstanden, nur gerathen bei dem Versuche 
stärkerer Verkürzungen oft die Unterpartien des Ges1ehtes nicht ganz. Die 
Männer sind ausdrucksvoll, die Frauen oft von grosser Lieblichkeit. Bei Klars 
l1eit, Flüssigkeit und breitem Vortrage der Farbe ist die Gesammtstimmung 
eine heitere und anziehende. 
Etwas stärker ist die Hinneigung zum Realismus, besonders in Betrefs der 1dqiwis 
Köpfe, in einem Bilde der fürstlich Fürstenbergiscl1en Sammlung zu Donaus www. 
eschingen, das die heiligen Eremiten Paulus und Antonius in der Wüste dars 
stellt, I445 datirt und mit einer Inschrift im schwäbischen Dialelcte vers 
sehen ist. 
Ein Ausläuser dieser älteren, von einem Hauche des mittelalterlichen Ges 
sühls durchdrungenen, dem flandrischen Realismus noch nicht erschlossenen 
Richtung ist der Staufenbergiscl1e Altar im Museum zu Colmar1J, aus dersmJ;scj1Y7;Je1;L;. 
Ant0niterpraeceptorei Isenheim im 0berelsass stammend, nach Stil und Cos kC11ssA1Ws 
stümen wahrscheinlich bald nach der Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden. 
Das Mittelbild enthält die Pietas: Maria sitzt unter dem Kreuze, den Leichnam 
ihres Sohnes im Sel1ofse; seitwärts Marterinstrumente. Zwei Flügel, wie die 
Mitteltasel auf Goldgrund, stellen die Verkündigung und Christi Geburt dar. 
Ihre ehemaligen Aussenseiten, auf grünem Grunde mit goldenen Sternen, zeigen 
zu den Füssen des Gekreuzigten einen Stifter in ritterlicher Tracht, mit dem 
Wappen eines Freiherrn von Staufenberg, und seine Gattin, gegenüber Maria 
und Johannes. Das Nackte, namentlich im Christuskörper des Mittelbildes, 
zeigt geringes Verständniss der Form, die Bildung ist zu weicl1lich, die Gelenke 
sind kaum angegeben, die Verkürzungen nicht fehlerlos; dabei ist aber die 
Modellirung im Nackten durch zarte Mitteltöne und graue Schatten4bemerkenss 
Werth, die ganze Malweise ist bei lichter Haltung von feinster Verschmelzung, 
und vor allem offenbart sich in diesem Werke eine bewundernswerthe Tiefe 
und Innigkeit des Seelenlebens, die in dem Antlitz der thränenreichen Mutter 
Gottes gipfeln. Der Altar erweist sich als Arbeit eines der besten Meister 
dieser älteren Richtung. 
Die 
deutfc11en 
Einwirkung. 
 
Unterdeffen breitete Ach der unmittelbare f1andrifche Einflufs im F;1;H;FfYJYF 
Vereine mit der Handrifchen Technik mehr und mehr in den verfchiedenen EissAsIskEs 
deutfchen Gegenden aus. In der Behandlung aber find überall f1chtliche Vers 
fchiedenheiten der deutfcl1en Maler von den Handrifcl1cn zu c0nslatiren. In 
Äbb. 
CmiZc:U:7ZeJs 
Le Masse 
C01mar, 
Edition, 
C01m:1r 
I8751
        

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