griechifche und
Die
Malerei
mifche
nach
Schriftquellen.
den
verPcand, berichtet, bei diefen Alten hätten landfchaftliche Darftellungen (Häfen,
Vorgebirge, Küllen, Flüffe, Quellen, Meerengen, Heiligthümer, Haine, Berge,
Heerden und Hirten, dann aber auch nlrrfahrten des Ulyffes mit landfchaft-
lichem Hintergründen, allfoiOdyffeelandfchaften) eine wichtige Rolle in der
decorativen Wandmalerei gefpielt. Auch ift von einigen Künftlern diefer
Epoche, wie von Demßzfrios, einem zwifchen 180 und 150 vor unferer Zeit-
rechnung in Rom thätigen Alexandriner, und von Sempion, der etwa 50 Jahre
fpäter ebenda gemalt, in Ausdrücken die Rede, welche es wahrfcheinlich machen,
dafs iie, die keine Figuren gemalt, unter anderen fcenifchen Darftellungen
auch landfchaftliche Gemälde angefertigt. Freilich fcheint diefe Gattung, der
wir unter den erhaltenen Wandgemälden in grofser Anzahl begegnen werden,
im gefammten griechifchen Alterthum nicht zu der Vertiefung gelangt zu fein,
welche moderne Künftler ihr verliehen haben. Vielmehr fcheint fie einen
decorativ-oberflächlichen Charakter nicht los geworden zu fein.
Die zuletzt genannten Künftler waren, wie glefagt, obgleich hellenifiifcher
Abkunft, fchon in Rom thätig. Was wir fonil über die Malerei in Rom
erfahren, ift wenig genug; aber es mufs hier doch kurz zufammengeftellt
werden 1).
Intereffant ift der Umftand, dafs, während alle in Rom thätigen namhaften Die Malerei
Bildhauer fchon durch ihre Namen ihre griechifche Abkunft verrathen, unter m Rom
den Namen der in Rom arbeitenden Maler uns fowohl lateinifche, wie grie-
chifche begegnen. Die Malerei, welche auch in Etrurien, von wo Rom,
ehe der Strom griechifcher Cultur es überfchwemmte, feine KunPc holte, eine
gewiffe Blüthe gehabt haben mufs, fcheint in der Tiberftadt von Anfang an
einen ziemlich günftigen Boden gefunden zu haben. Um aber Roms Anlage
zur Malerei nicht zu übertreiben, müffen wir uns erinnern, dal's die römifchen
Malernamen, welche auftauchen, mit einer Ausnahme, doch erft der Zeit ange-
hören, in welcher die griechifche Cultur auch in iMittelitalien dominirtc, und
dafs weder unter diefen römifchen noch unter den griechifchen Malern, die
in Rom gelebt, eine Berühmtheit ift, die llCh auch nur annähernd mit der
Bedeutung der bisher befprochenen griechifchen Maler bis zu Timomachos
meffen könnte. Die Quellen gedenken fogar einer Reihe von Wand- und
Tafelgemälden, ohne deren Verfertiger zu nennen; und derartige Gemälde,
welche an hiftorifche Ereigniffe erinnern follten, wurden offenbar von den
Römern mehr auf ihren Inhalt, als auf ihren Kunftwerth hin angefehen.
Als frühefte Maler in Rom werden doch Griechen genannt, nämlich der Griechen in
fagenhafte Elgßlzazztos von Korinth und, in hiftorifcher Zeit, Damoplzzlos und Rom
Gozgasos.
Von den Griechen, die fpäter in Rom gemalt, fmd Deuzelrios und Serapion
fchon genannt. Gleichzeitig mit dem letzteren waren als die berühmteften
Porträtmaler Roms Dionjzsios und Sapolzb" bekannt; theurer aber noch, als iie,
erhielt die wegen der Schnelligkeit und Tüchtigkeit ihrer Arbeit gefeierte
Malerin Lzzzkz oder ffazkz von Kyzikos ihre Porträts bezahlt. Aufserdem fei
nur noch an jenen Dorolkeos erinnert, den Nero würdig fand, die Anadyomene
des Apelles zu copiren.
I) Man vgl. Urlirlzs:
Gefchichtc d. Malerei.
Die Malerei in
Caefar's Dictatur.
Würzburg
1876.
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