Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1230673
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griechifclme 
Die 
römifchc Malerei nach 
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Schriftquellen. 
Bilder aufkaufte und ausfprengen liefs, er wolle {ie als die feinen verkaufen. 
Dagegen wufste er die Anmafsung Unberufener gebührend zurechtzuweifen. 
Sogar dem Alexander foll er in feiner Werkfiatt gerathen haben, zu fchweigen, 
damit feine Farbenjungen ihn nicht auslachten. Dem Schuiier aber, der, nach- 
dem Apelles feinen Tadel inbetreff eines Schuhriemens einer feiner Geftalten 
bereitwillig berückfichtigt, auch das Bein derfelben zu tadeln wagte, antwortete 
er mit der claffifchen, fprichwörtlich gewordenen Zurechtweifung: nSchuPter, 
bleibe bei deinem Leiftenhr 
Von keinem antiken Künfiler find fo viel anekdotenhafte Einzelzüge über- Yxsflllilnjrär 
liefert, wie von Apelles. Den Werth diefer Berichte möchte ich doch nicht alwkdßtsn- 
fo gering anfchlagen, wie Wuftmann es thut. Sie harmoniren doch alle mit 
einander und vollenden zufammen ein ziemlich deutliches Bild von dem per- 
fönlichen, wie dem KunPc-Charakter des Meifiers. Apelles war in allen Stücken 
ein Sohn feiner Zeit. Für ethifch firenge Erhabenheit und ideale Gröfse im 
Sinne der polygnotifchen Kunft war ihr der Sinn abhanden gekommen. 
Staunenswerthe technifche Vollendung in täufchender Naturnachahmung, dann 
aber auch eine mehr finnliche, als geiftige Anregung und in geifiiger Beziehung 
eine gröfsere Wirkung auf den reilectirenden Verftand, als auf das naive 
Gefühl, diefe Eigenfchaften Waren es, welche die Zeit von der Kunft verlangte. 
Apelles kam ihren Aniichten, Bedürfniffen und Gefühlen voll entgegen, und 
Mitwelt und Nachwelt lohnten ihm dafür, indem fie feinen Namen zu dem 
populärllen Malernamen der alten Welt machten.  
Der gröfste von Apelles" eigentlichen Zeitgenoffen war ohne Zweifel Pwrogßnes. 
jener fchon öfter genannte Prolagenes, der, von Geburt ein Karier oder Lykier, 
feine NVerkPcatt auf der Infel Rhodos hatte. Aus feinem Leben haben wir Sein Leben. 
fchon manche charakteriftifche, auf fein Verhältnifs zu Apelles bezügliche 
Züge kennen gelernt. Uebrigens foll er fehr arm gewefen, ja, nach einer 
freilich unwahrfcheinlichen Nachricht bis zu feinem fünfzigften Jahre Schiffs- 
maler, alfo nicht mehr als Anftreicher, gewefen fein. Als Apelles den Werth 
feiner Gemälde erkannt und ihren Ruf verbreitet hatte, ftieg des Protogenes 
künftlerifche Zuverficht; denn als Demetrios Krieg gegen Rhodos führte, ver- 
liefs der Künftler fein im feindlichen Lager befindliches Gärtchen keineswegs, 
vielmehr erwiederte er dem hierüber verwunderten König, er führe doch wohl 
mit dem Rl1odiern Krieg, nicht aber mit den Künften. Demetrios foll fogar, 
um ein in der Stadt befindliches berühmtes Gemälde des Meifters zu fchonen, 
ihre Anzündung unterlaffen haben. 
Die berühmteflen Gemälde des Protogenes waren fein Ialyfos und fein ScinsWsYk-s- 
ausruhender Satyr. Ialyfos war ein Stammheros von Rhodos; und C18. ändere 
Gemälde des Meiflers, wie Kydippe, des Ialyfos Mutter, und Tlepolemos eben- 
falls der Heroengefchichte diefer Infel angehören, fo fcheint es, dafs er einen 
ganzen Cyklus aus diefem Kreife gemalt. 
In Athen malte er ein viel befprochenes, den attifchen Heros Paralos und 
Hilmmonias darfiellendes Bild, von dem wir uns keine ganz deutliche Vor- 
Prellung machen können. 
Ferner waren Porträlits von ihm bekannt. Unter denfelben befand (ich. 
daslenige der Mutter des Philofophen AriProtclcs. Deffenfreundfchaftlichen
        

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