Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1234780
1)as 
Bilittclallcx 
fpiitc 
Italien. 
469 
Siidfeite: Nachdem die Teufel auf Geheifs des Apoilels ihre Beute freigegeben, 
fagt Hermogenes feiner Zauberei ab und läfst {ich taufen, die Juden aber ver- 
klagen den Apofiel. Jacobus wird verurtheilt, auf dem Wege zum Tode wirft 
{ich ihm ein Bekehrter zu Füfsen; weiterhin findet feine Enthauptung fiatt. Nun 
kommt eine der fchönilen Darftellungen von allen, in welcher die künftlerifche 
Erzählungsgabe (ich auf ihrer Höhe zeigt, die einzelnen Epifoden klar inein- 
andergreifen läfst und wahrhaft den fruchtbaren Moment zu finden gewufst 
hat. Das Schiff, auf welchem der Leichnam des Jacobus durch feine An- 
hänger I-Iermogcnes und Philetus fortgeführt worden, und das durch Gottes 
Fügung an einem Schloffe in Spanien gelandet, liegt am Strande, ein Engel 
fitzt am Steuer, und fo ifi; hiermit der Rückblick auf die wunderbare Fahrt 
und das Motiv der Haupthandlung gegeben. Die Jünger haben den Leich- 
nam an das Land getragen und wollen ihn auf einen Stein niederlegen, in den 
er fofort wie in ein Bett wunderbar einfmkt. Im Hintergründe fiehen zwei 
jünger im Burghofc vor der Gräfin Lupa, der Eigenthümerin des Schloffes, 
die mit ihren Damen auf dem Altane erfcheint, und bitten um eine Ruhefiätte 
für ihren Meifter. Das Bild der Weftwand ftcllt dar, wie die Gräfin fie vor 
den Richter führen läfst, und fie in den Kerker geworfen werden. Das erfte 
Bild der Nordfeite ift wieder befonders fchön und eigenthümlich. Die jünger, 
durch einen Engel des Herrn befreit, fliehen mit der heiligen Leiche und 
werden in einer wilden Schlucht dadurch gerettet, dafs die Brücke unter ihren 
Verfolgern zufammenbricht. Das Herabfiürzen von Männern und Roffen, das 
{ich Herausarbeiten aus dem Waffer ergaben lebendige und eigenthümliche 
Motive. Dann erfcheinen die jünger aufs neue vor der Gräfin, und nun werden 
die wilden Stiere, die fie hergibt, um den Leichnam in das Schlofs zu führen, 
zum Staunen der Menge durch ein Wunder gebändigt. Endlich bekehrt fie 
fich und weiht ihr Schlofs Compofiella dem Herrn. Den Schlufs des Ganzen 
bilden die zwei unteren Gemälde der Oftwand: der Heilige erfcheint dem 
Könige im Traume und ruft ihn zum Kampfe gegen die Saracenen auf; der 
Sieg über diefe wird durch fein Eingreifen entfchieden l). 
Die Georgscapelle, ein felbftändiger, dem Santo nahegelegener Bau, war Georgs- 
von Raimundinus de Lupis, dem Bruder jenes Bonifacius, 1377 geftiftet worden. Gamma 
Die Bilder, die vielfach gelitten aber wenigftens nicht, wie die in S. Felice, 
eine neuere Uebermalung erfahren haben, gewähren ein noch reineres Bild von 
dem Stile AlliclzicroÄv, neben welchem Facojw Avanzi hier wie dort an der 
Arbeit theilgenommen zu haben fcheint 2); in welchem Umfange, können wir 
heute nicht mehr beurtheilen. An der Eingangswand fmd fünf Scenen aus 
der Gefchichte Marias und der Kindheit Chrifti, an der Altarwand gegenüber 
die Krönung Marias und darunter die grofse Kreuzigung zu fehen. Das Bild 
I) Abbildungen in [Vörßerw zu erwähnendeln Werk über die Georgscapelle, Taf. 3-5. Die 
vierte Lünette in deffen Denlun. I. Taf. 39.  Vgl, auch Ggnzali, La baülica di S. Antonio, l. zu S. 180, 
2) Szworzarola nennt nur A!l1'rl1iß1'0,' Tertiam vero (fedem dabimus) Alticherio Veronenfl, qui 
lempliculum Georgii Sancti Nobilium de Lupis, templo Antonii propinquum, maximo cum artifuzio 
decoravit. Der Arzmzjlnzus (la's Ilfwßlli fowie Vafari erwähnen beide Maler, erflerer aber mit dem 
Zufatze: nEl Rizzo vole che solo Altichiero vi dipingesse. u  E. Fölßer, der 1837 die Bilder wiederauf- 
gedeckt hat, las am unteren Ralnnen des letzten Bildes aus der Legende der heil. Lucia: Avantiis Ver.    
Vafari nxachte irrthümlich aus Altichicro da Zevio zwei Perfonen, Altichiero und Sebeto.
        

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