Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1234741
fpiüe 
l)as 
Mittelalter 
Italien 
465 
Fabrikanten. Einer der thätigften unter ihnen war der eben erwähnte Spizzulln ivinrpllo 
Awlino (geftorben 1410), Schüler des Yacnpo da Cafentzäm. Sein am beften erhal- renne" 
tenes Werk ift die Bilderfolge aus der Legende des heiligen Benedictus in 
S. Miniato bei Florenz, die bei grofser Leichtigkeit der Compofition und  
durchgängiger lebendiger Anfchaulichkeit der Vorgänge doch in der Charak- 
teriftik wie in der Durchbildung der Figuren oberflächlich, in der Malerei 
handfertig aber von einer beinahe rohen Dreifiigkeit ifll). Seine Fresken aus 
der Paffion in der ehemaligen Capelle S. Niccola neben S. Maria Novella zu änäIcalr-ia 
Florenz fmd heute theilrveife noch in einem Zimmer der Klofierapotheke er- i' 
halten. Einige Refte findet man in feiner Vaterfiadt Arezzo, und am Schluffe  
feiner Laufbahn führte er die Bilder aus der Gefchichte Papft Alexanders III. 
in der Sala di Balia des Palazzo Pubblico zu Siena aus. Ein mit feinem Sienn. 
Namen bezeichnetes Triptychon von 1391, die Madonna mit Engeln und 
Heiligen, befitzt die Akademie in Florenz. 
Sein Zeitgenoffe Nirrola dz" [Jielro Cierzäzo, der laut Infchrilt im Jahre 1392 Niceola a1 
die Bilder aus der Leidens- und Auferftehungsgefchichte Chrifti im Capitel- eiäiäää. 
haufe des Klofters S. Francesco zu Pifa?) vollendet hat, und von dem auch 
die Wandbilder aus der Matthäuslegende und die Kreuzigung im Capitel von 
S. Frangesco zu Prato herrühren, wahrt geiflig die Traditionen der Giotto'- 
fchen Schule in fo fern beffer, als er auf Ernft und Vertiefung des Aus- 
drucks ausgeht, wobei er in den Compofitionen freilich nicht eigenthümlich 
ift, die Figuren zu fehr häuft, in der Durchbildung der Formen dürftig bleibt, 
aber die landfchaftlichen und arehitektonifchen Ilintergrüntle gefchickt und 
forgfam ausbildet. 
Der Camaldulenfermönch Don Lorelzzo in Florenz, deffen Werke fchon dem DoirLorenzc 
Anfange dem 15. jahrhunderts angehören, bleibt immer noch dem Stile der (ßifßßif 
älteren Schule treu, geht bei aller Sorgfalt in der Behandlung doch in Form- 
gebung und Zeichnung nicht über fie hinaus, aber erfreut durch feine zarte, 
harmonifche Färbung und erfüllt feine etwas unficher daftehenden, in den 
Bewegungen unfreien Geftalten mit milder pWärme der Empfindung. Sein be- 
zeichnetes, 1413 vollendetes Hauptwerk ift ein Triptychon mit der Krönung 
Marias, Heiligen, Propheten und Predellenbildchen, einfl in feinem Klofter zu 
Florenz, jetzt in der Camaldulenferabtei Ceretto bei Certaldo. 
Glzerardo Siarnivza, geboren 1354, geftorben wahrfcheinlich 1408, Schüler Siarninn. 
des Antonio Veneziano, war lange in Spanien thätig. Geficherte Werke feiner 
Hand fmd aber weder dort noch in Toscana erhalten. 
Das 
übrige 
Italien. 
In Neapelß) waren im I4. Jahrhundert gröfstentheils mittelitalienifche Neapel. 
und toscanifche Meifier befchäftigt. Wir haben gefehen, dafs König Robert 
den Pietro Cavallzäzi, fpäter den Gintio in feinem DienPce hatte, von denen dort 
I) E. Färjßer, Denkm. I. Taf. 37. 
2) E. Fälffier, Denkm. I. "faf. 44-46. 
3) Sclzulzz" Zur Gefchichtc der Malerei im Königreich Neapel. 
lien 111., 143.   
Gefchichte d. Malerei. 
Kunß: 
Mittelalters 
30 
des 
Unterita- 
in
        

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