Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1230345
Buch. 
Erfles 
Kapitel. 
Zwcitus 
Rand den Chaldäern ein noch vorzüglicherer Thon zur Ziegelfabrikation zu 
Gebote. Diefe wurde hier daher vervollkommnet, und da man für die 
Aufsenwände fo gut wie ganz auf die Bekleidung mit glalirten Ziegeln ange- 
wiefen war, fo erreichte gerade die Kunft, diefe Ziegel zu bemalen und zu 
"Mäyiigjlfche emailiren hier ihre höchite Vollendung. Der Eindruck der ninivitifchen Ziegel- 
"wlerßi- malerei im Gegenfatz zu der babylonifchen wird von Oppert ausdrücklich mit 
dem der Aquarell- gegenüber der Oelmalerei verglichen. Die Wände Babylons 
ftrahlten alfo in einem tieferen, farbigeren, leuchtenderen Glanze, als diejenigen 
Ninive's. Auch Rawlinfon fagt in diefer Beziehung: nAn der Seite von Affyria, 
ihrer kälteren und correcteren nordifchen Schwefter, zeigte Babylonia {ich als 
ein echtes Kind des Südens, reich, glühend, unbekümmert um die Regeln des 
Gefchmacks, nur beftrebt, durch den blendenden Glanz ihrer Erfcheinung 
Bewunderung zu erweckenu 
Relief  
Affyrifches 
F landin. 
Nach Botta und 
B 
Lineare Die farbigen, glaürten Ziegel, durch Welche Babylon diefen Eindruck er- 
Amt" reichte, waren aber keineswegs alle mit bildlichen Darftelltingen gefchmüekt. 
Viele werden nur mit linearen, teppichartigen Muitern bedeckt gewefen fein, 
noch andere fcheinen einfarbig glatt geglänzt zu haben. Das Letztere nimmt 
man z. B. von dem berühmten Terraffentempel zu Borfippe bei Babylon an, 
irs-Nimrud. deffen Ruinen man zu Birs-Nimrud wiedergefunden. 
Bildliche Dafs aber viele andere Gebäude der Weltftadt mit bildlichen Darftellungen 
"afglilml" an ihren glaflrten Ziegelwänden gefchmückt gewefen, unterliegt keinem Zweifel. 
Schon die alten Schriftfteller gedenken folcher Darftcllungen, und die erhaltenen 
Trümmer beftätigen deren Schilderungen. 
Was die SchriftPreller anbetrifft, fo iPt hier des jüdifchen Propheten Hefekiel 
zu gedenken, welcher (XXIII. 14,15) von vgemalten Männern an der Wand in 
rother Farbe, den Bildern der Chaldäera, redet, vum ihre Lenden gegürtet, 
und bunte Kegel auf ihren Köpfen, und alle gleich anzufehen wie gewaltige 
Leute, wie denn die Kinder Babel und die Chaldäer tragen in ihrem Landen 
Semper 1) glaubt diefe Worte auf "feppichflickereien beziehen zu müffen. 
Wahrfcheinlicher aber beziehen wir {ie mit den meifiien anderen Schriftfiellern 
auf Ziegel-Email-Bilder. 
5111, I.
        

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