Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1234358
Mittelalter. 
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wie in der Erweckung des Lazarus. Das Aufrechtfiehen der mumienhaft in 
Leichentücher gewickelten Gefialt, das {ich Zuhalten der Nafe bei einigen Um- 
Pcehenden, das {ich Niederwerfen der Schwefcern lind traditionelle Züge, aber 
Giotto's neuer Geiß lebt in dem mafsvollen Adel der Chrifiusflgur wie in der 
Ergriffenheit der Anwefenden, die theils den neubelebten Todten anfiaunen, 
theils gläubig mit dem Blick an Chrifius hängen, während {ie Lazarus aus den 
Leichentüchern wickeln. (Fig. 125.) Dagegen finden bei Giotto die feelenvolle, 
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Fig. 125. am. Erweung u 
Zarte Empfindung, die der Gothik des Nordens eigen ift und auch bei Cimabue 
und Duccio auftritt, die holde Wehmuth, die innige Verklärung des Schmerzes 
keine Stelle. Nur bei voller Ruhe und jugendliche Geüchter in feinen Werken 
einer {lrengen Anmuth fähig, aber die Erregung bricht {lets hoch pathetifch 
und gewaltfam bei ihm durch. Da. werden, wie auf der Kreuzigung oder der 
Beweinung Chrifti, die Geiichter durch den Schmerz verzerrt, die Augen zu- 
famrnengekniffen; heftig bis zum leidenfchaftlichen Auffchrei, ruckhaltlos bis 
zum Häfslichen, bis zum unmöglichen Recken der Glieder, wie bei dem jo-
        

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