Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1233970
fpäte 
Das 
Mittelalter. 
Wandlnalcrei, textile Kunll, läfelmalerei. 
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welche die Laiter, auf verfchiedenen Thieren reitend, zu Felde ziehen. Ein 
Lieblingsgegenftand war ferner auch der Sturm auf die Minneburg (Nürnberg, 
German. Mufeum). Malereien in Leimfarbe auf Leinwand, wie (ie häufig als 
Erfatz für Teppiche angefertigt wurden, haben llCll dagegen wegen der 
Flüchtigkeit der Technik nicht als dauerhaft erwiefen. 
Auf einer höheren künfilerifchen Stufe ftehen allerdings gewöhnlich die Kirchliche 
Stickereien zu kirchlichen Zwecken. Manche Arbeiten des I4. Jahrhunderts Snckcrelen" 
zeigen neben gröfster Sorgfalt der Ausführung in Plattftich eine gefteigerte 
malerifche Behandlung, welche eine feine Abftufung der Töne und eine 
wirkungsvolle Schattirung erreicht, fo dafs der Gefammteindruck an denjenigen 
gleichzeitiger Miniaturen erinnert. Von hervorragender Bedeutung lind das 
Antependium im Domfchatze zu Salzburg mit zwanzig Daritellungen aus 
dem Evangelium und Prophetenbruftbildern in Ncbenfeldern 1). Ferner das- 
Antependium aus der Stadtkirche zu Pirna im Mufeum vaterländifcher Alter- 
thümer in Dresden mit der Krönung Marias und zehn Heiligengeftalten unter 
fchlanken gothifchen Arcaden auf gemufterteni Grunde. Die Zartheit der 
Motive und die Sinnigkeit des Ausdruckes fiehen auf der Höhe der Epoche 2)- 
Die 
Tafelmalerei. 
Untcrdcffen hatte {ich die Tafelmalerei mehr und mehr entwickelt. Sie Ausbildung 
cntfprach den künfllerifchen Anfprüchen der Zeit, indem fie höhere Durch-Tafefggiere; 
bildung und feineren Ausdruck in den Köpfen erlaubte. Abgefehen von den 
reinen Handwerksarbeiten, bemalten Schilden, Bannern, Möbeln, welche zu- 
nächft Sache der Schilder waren, aber auch häufig den Malern, fobald fie im 
Dienfte der F ürflen fianden, zufielenil), wurden feit Mitte des 14. Jahrhunderts 
häufiger als früher Altartafeln für Kirchen hergePcellt. Der Altar war ur- Alrartafcln. 
fprünglich nur ein Pceinerner Tifch (mensa) gewefen, durch Antependien ver- 
kleidet und häufig von einem Baldachin (ciborium) überbaut. Später, als die 
Aufftellung koftbarer Reliquiarien auf den Altären immer allgemeiner wurde, 
kam eine Rückwand von mäfsiger Höhe als Gchaufe oder Unterfatz für folche 
Gegenflände in Gebrauch. Ein folcher Auffatz konnte beweglich fein, in edlen  
Metallen ausgeführt, oder unbeweglich und architektonifch ausgebildet, in 
Stein; endlich, als Erfatz für Arbeiten der erflen Gattung, in Holz und be- 
malt. Er befieht dann aus einer Anzahl von Tafeln in architektonifcher Um- 
Yahmung und bildet ein Triptychon, wenn er dreitheilig, ein Pentaptychon, 
wenn er fünftheilig ift. Mitunter wurden die Flügel auch beweglich, als 
Schutzdeckel des Mittelllückes, gebildet. Die Behandlung folcher Werke mit 
Bildern auf goldenem Grunde, während bei Wandbildern noch der blaue Grund 
herrfchte, und innerhalb reich gefchmückter, vergoldeter Rahmen liefs immer 
I) Publicirl von G. Heider in den Mittheilungen der k. k. Centralcommiflion, VII. 1862, S. 29. 
Vgl. im Uebrigen das erwähnte YVerk von Bock; Gefch (L 1itu1-g_ Gewänder. 
2) Abbildung bei I]. PV. Sclmlz u. G. Ifleuzuz: Führer durch das Mufeum des kgl. Sächilfchen 
Vereins zur Erforfchung und Erhaltung valerländifcher Alterthümer im kgl. Palais des grofsen Gartens. 
Neue Ausgabe von F. L. Bößgk- Dresden 1858.  Wiederholt: Zeitfchrift für bildende Kunfi, 1V., 
zu  280. 
3) Material bei Comie de LzzÖ02'a'e.' Les ducs de Bourgogne.
        

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