Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1233210
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mit Scenen aus den Evangelium, wie das Fenfter in St. Kunibert, das andere 
mit Heiligengeftalten l). 
Ein eigenthümliches Princip der Ornamentation hatten unterdcffen die 
Cifterzienfer entwickelt. Ihre Ordensregel, die jeden Prunk in der AuS-Ciflerzieufel 
Prattung des Gotteshaufes zurückwies, unterfagte im 82. Artikel Farbe und 
Figürliche Malerei in den Fenftern i), aber es erfchien mit diefer Vorfchrift 
vereinbar, dafs eine fanfte Brechung des Lichtes und ein gefälliger Schmuck 
durch rein ornamentale Muiler grau in grau verfucht wurde. Proben folcher 
Grifaillexi aus dem I2. Jahrhundert befitzt Frankreich in den Klöftern Bonlieu 
(Creuze), Obasine (Correze), Pontigny u. f. w. 3), das Schönfte find aber 
die Kreuzgangfeniter im Stifte Heiligenkreuz, aus der erften Hälfte des gemäß". 
13. Jahrhunderts, mit trefflich gezeichnetem romanifcliem Blattwerk in grünlich- krmm 
grauem Tone mit brauner Sehattirung und ganz leifer Anwendung lebhafterer 
Farben 4). Faft fchon verwifcht ifl; diefer Stil in den Kreuzgangfenftern des 
Klofters Wettingen in der Schweiz 5), die zwifchen der eriten Weihe des XVeltingen. 
Kloilers im Jahre 1256 und der zweiten Weihe, nach Aufführung weiterer 
Nebengebäude, entftanden fein werden. Damals nahm man es mit dem Ver- 
bote nicht mehr fo genau. Nur der Nordilügel des Kreuzganges gehört noch 
dem I3. Jahrhundert an, und auch der bewahrt von feinen älteren Glas- 
nlalereien nur wenige Refte, die in der Behandlung des BlEIHCWCTkS an der 
Grenze des romanifchen und des gothifchen Gefchmackes ftehen und 
auch nicht lediglich Grifaillen fmd, fondern gelegentlich andere Farben 
anwenden und fogar ftellenweife hgiirliche Darftellungen, Bruftbilder Chrifli 
und Marias, die thronende Madonna mit dem Kinde, dem Ganzen einfügen. 
1) F. ll. Äüillzr: Beiträge zur lculfchen Kunft- und (iufcl1icl1lslullldu, Dnrmfladt 1832, I. 
2) Fcnestrac albac iiunt cf. sinc crucibmls ct picturis. 
3) Zlnvier." Originc de 1a pcinmre sur vcrrc, in lhkirvlfs aunales archäol. X. 
 4.) Cnunyizzrz: Glasgelnälmle ctc. des Ciflerzicxlfer-Slifles Ilbiligcnkruuz. Wicn 1854.  
auch in den Mitfelalterl. Kunfhlcnknmlen des öfterreich. Knifcrfiaates, B. I. 
5) Publicirt von L-iillke in den Biittheilnngen der Antiquarifclxclm (iefcllfchaft in Zürich, T 
Heft 5, Zürich 1861-63. 
Taf. 9. 
Proben 
3, XIV,
        

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