Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1233132
DRIT'I'ER 
ABSCHNITT. 
Die 
Glasmalerei. 
 "Jg; ährend der romanifcherl Periode hatte flch eine neue Technik, die 
Glasmalerei 1), entwickelt, die fieh zunächft mit einer befeheidenen 
iri- Stellung neben der Wandmalerei begnügte, bald aber für die Innen- 
decoration des Bauwerkes eine wefentliche Bedeutung gewann. 
Der eigentlichen Glasmalerei geht eine durchfcheinende Mofaik in verfchie- rennt-I- 
denfarbigen Glasftücken vorher, die rein ornamentale Mufter bildet. Diefc war Mumm 
fchon in altchriftlicher Zeit im Gebrauche und ilt fo alt wie die Anwendung Malen auf 
des Glafes zum Schluffe der Fenfier felbfl. Ihrer Vorgefchichte ziachzufragen, Cm 
ift aber nicht unfere Sache; die wirkliche Glasmalerei beginnt erft mit der 
Erfindung einer Farbe, die auf Glas zu malen geflattet. Erft feitdem ift die 
Möglichkeit wirklicher bildlicher Darftellung auf Glas erfchloffen. 
Die ältePcen erhaltenen Denkmäler gehören erft dem II. Jahrhundert an, Aeltefle 
und auch aus diefem Zeitraume fmd fie höchfl fpärlich; die gefchichtlichen Nach- Nuchnchte" 
richten beweifen aber, dafs die Glasmalerei bereits Ende des I0. Jahrhunderts 
im Betriebe war; vielleicht auch fchon früher, nur laffen manche Nachrichten 
aus dem 9. Jahrhundert es noch als zweifelhaft erfcheinen, 0b fie fich nur auf 
farbige Glasmufter oder auf wirkliche Glasmalerei beziehen. Ganz unzwei- 
deutig ifl fogar kaum noch die berühmte Stelle in dem Dankbriefe des Abtes 
Gozbert von Tegernfee (983-1001) an einen Wohlthäter des Kloflers, Grafen 
Arnold. Er fpricht feine Freude darüber aus, dafs die Fenfler der Kirche, 
1) 117. A. Gqjkrl, Gefchiclite der Glasmalerei in Deutfchlantl und den Niederlanden, Frankreich, 
England, der Schweiz, Italien und Spanien, von ihrem Urfprnng bis auf die neuefie Zeit. Tübingen 
11. Stuttgart, 1839. 3".  W: Warlwvzagel, Die dentfche Glasmalerei, Leipzig 1855.  F. W Cözgzv; 
Glasmalerei, bei Erfrh u. Gruber, S. I, Bd. 69, p. 39,  E, f], Langrjpiy, Esgai higforique et des. 
criptif snr la peintnre snr verre ancienne et moderne, Rouen, 1832.  E. Didrnn, Histoire de 141 
peinture snr verre en Europa, ann. archeol. vol. 23 n. 24.  Laöarle, III, S. 327.  B1: lfzzclmr, Glas- 
malerei, in deffen Gefchichte der technifchen Künfle, I, Stuttgart 1375.  Vivllßl-lß-Dllf, im Diction- 
nah-e raigonnä de  frangaise, IX S. 373.  Grofse Abbildungen vorzugsweifc bei Fmlinnrzd 
n? Lasleyrie, Hifloire cle 1:1 peintnre sur verrc (Yapres ses montnnents en France, 2 lhlc, Planches 
und Texte Tome I, Paris 1853-1857, Iol. mit colorirten Tafeln. Hier finden tich Iüiblicationen der 
meiden in unferem Texte erwähnten franzötifchen Arbeiten.  Eifm. Läzry, Hifloirc de 1a peintnre 
sur verre en Europa et particulierement en Belgique, Bruxelles, 1860 fol. 
20'
        

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