Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1232613
Das hohe Mittelalter. 
Miniaturmalerei. 
Die 
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In entfprechender Weife wird bei der Erzählung von dem tafelnden Reichen 
und dem armen Lazarus der Vorgang felbft durch zwei untere Bilderreihen 
mit dem Tode der beiden, der Seele des Armen in Abrahams Schofse und 
der Seele des Reichen in der Hölle ergänzt  
Die Ereigniffe aus der Pafflon werden durch den Einzug in Jerufalem Pnfiion. 
eröffnet (G. M.  bei welchem fiets Zachäus auf dem Baume zu fehen ift, 
und der Maler, ohne einen Begriff von Perfpective, meift die Leute, die ihre 
Gewänder vor dem Efel ausbreiten, nicht anders als in einer untern Reihe, 
von der fie nach oben emporlangen, unterzubringen wufste. Die Fufswafchung 
(M. T.) iPc eine der fchönften Compofitionen, ein ftattliches Gebäude bildet 
ihren Hintergrund, die Motive der gut gruppirten Apofiel lind höchfi mannig- 
faltig, in einem jünger, der feine Sandalen löft, taucht noch ein völlig claffifches 
Motiv auf, und die abwehrende Geberde des Petrus ift ausdrucksvoll. Das 
Abendmahl kommt in keinem diefer drei Bücher vor. Auf das Gebet am 
Oelberge  folgt die Gefangennehmung (G. M.  bei welcher der Judas- 
kufs, die Verwundung und die Heilung des Malchus ihre Stelle finden, und 
der Ausdruck des Zornes in Petrus, des Schmerzes in Chriflus oft lebendig ift. 
Nach Chriftus vor Kaiphas fieht man die Verleugnung Petri (G. M.  ChriPcus 
vor Pilatus (M.  die Geifselung (G. T.) die Dornenkrönung  das Ecce- 
homo, das {ich zu einer gröfseren dramatifchen Compofition erweitert  Die 
Kreuztragung iPc fo aufgefafst, dafs Simon von Cyrene allein mit dem Kreuze 
fchreitet und hinter ihm Chrifius einhergeführt wird (G.  Uebereinftimmend, 
Wenigftens in allen Hauptzügen, iit in den drei Büchern die Kreuzigung dar" 
gePcellt (G. M.  Chrifii Kreuz iPc golden und unterfcheidet {ich durch feine Kreuzigung. 
Form von den blofs T-förmigen Kreuzen der Schächer. Alle Gekreuzigten {ind 
mit langer Tunica bekleidet, Chrifius meiit mit purpurner; er ift mit vier Nägeln 
befefligt, ohne Fufsbrett. Oben erfcheinen die Scheiben mit den weinenden 
Brufibildern von Sonne und Mond, am Fufse des Kreuzes würfeln zwei Kriegs- 
knechte auf Chrifti Mantel, feitwärts find Longinus und Stephaton mit der 
Lanze und dem Schwamm, oder wenigftens einer von ihnen, zu fehen, etwas 
entfernter Pcehen Maria und Johannes; zwei Knechte mit Hämmern, die Beine 
der Schächer zu zerfchlagen (G) können endlich beiderfeits die Compofition 
fchliefsen. Diefe letzte Epifode fammt dem Longinus und dem Tode des 
Herrn kann aber auch noch zu einer befondern zweiten Daritellung ausge- 
bildet fein  Nun folgen die Kreuzabnahme durch Jofeph und Nicodemus 
fowie die Grablegung (G. M.  Vor den Frauen am Grabe fitzt der Engel 
in langer Tunica auf dem Deckel und erhebt verkündend die Rechte, während 
die Linke ein Scepter hält (G. M. T.) Es folgen verfchiedene Erfcheinungen 
des Auferfiandenen  meift auch  der Gang nach Emaus, das Brod- Der Aufer- 
brechen dafelbft, der Heiland unter den Apofieln, die Offenbarung am See nandenm 
Tiberias, Magdalena im Garten zu Chrifii Füfsen (G. M.  ThOmHS Chrißi 
Wundmale anrührend (G. M.  Nach der Auferfiehung ifi der Heiland meiil 
in weifse Tunica und hellgrünen Mantel gekleidet  Dann {Ehen Wir 
I) Vgl. hierzu: Otie u. F. aufm Werth, Zur Ikonographie des Crucifixus, Iahrbücher des Ver- 
einslvon Alterthunxsfremmdexl im Rheinlande, Heft XLIV, XLV mit Abbildung  Taf- XII, und 
Nachträge Heft XLVII, XLVIIII mit Abb.  Tal". XV.
        

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