Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1232443
PERIODE. 
DAS 
HOHE 
MITTELALTER. 
Vorbemerkungen. 
(iefchicht-  ngefähr mit dem Ende des I0. Jahrhunderts beginnt die Periode des 
verßfflläwreßiromanifchen Stiles, die im I3. Jahrhundert abfchliefst. Mit ihr 
  fällt die bedeutfamfte Zeit des Mittelalters zufammen: die Ausbildung 
 eines auf neuer Grundlage, dem Lehenswefen, aufgebauten Staatslebens, die 
Höhe der Kaifermacht, die in Deutfchland und Italien fowie in den an Deutfch- 
land grenzenden flavifchen Provinzen, zeitweilig auch in Burgund gebot, aber 
auch den andern Ländern als Autorität gegenüber ftand; die gänzliche Ver- 
 drängung der byzantinifchen Herrfchaft aus dem Abendlande; die grofsartigfte 
Kraftentfaltung der Kirche unter dem Schutze des Kaiferthums, ihre innere 
Reform, ihre Auflehnung gegen die weltliche Macht; der verhängnifsvolle 
Kampf zwifchen der geiftlichen und der weltlichen Gewalt, das kühne Ueber- 
greifen. jener, das Unterliegen diefer, aber ihr immer erneuter, unermüdlicher 
Widerftand, dem das nationale Element des deutfchen Königthums elaftifche 
Kraft verlieh; das Gipfeln des religiöfen Enthufiasmus und des phantaftifcheu. 
kriegerifchen Geiftes in den Kreuzzügen. 
Rnmanifche, Die Bezeichnung nromanifcher Stilu ift erft von der neueren Kunftgefchicht- 
Stil" fchreibung feftgeftellt worden und bezieht {ich zunächft auf die Baukunft, die, 
ebenfo wie die romanifchen Sprachen, vom Römifchen abgeleitet ift. Doch 
diefer Name ift auch auf die übrigen bildenden Künite anwendbar; fie find 
von gleichem Geifte durchdrungen und ftehen unter dem Einiluffe des archi- 
tektonifchen Syftems, an deffen Schöpfungen fre bei den monumentalen Auf- 
gaben fich unmittelbar anfchliefsen. 
Zuriickflelrcn Aber neben einer ihrer Ziele vollbewufsten und zu edler Gefetzmäfsigkeit 
uiiiinivrlziiltli. entwickelten Architektur, die in ihrer Weife Vollendetes hervorbringt, erfcheinen 
Plaitik und Malerei während diefer Periode noch primitiv. Ihr Betrieb liegt 
in der Hand von Völkern, die eben erPt der Barbarei entwuchfen. Durch 
Unterweifung und Vorbilder lernen fie zunächft das rein Technifche in der
        

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