Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1232437
byzantinifche Malerei. 
Die 
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ftrengfler Bevormundung der GeiPclichkeit. Diefe fchreibt die Gegenüände 
und deren Behandlung vor, wacht über die Moralität der Maler, hat es in der 
Hand, ihnen den Betrieb des Gewerbes zu geftatten oder zu unterfagen. Die 
Bifchöfe allein können einen Schüler zum Meifter ernennen und haben darauf 
zu fehen, dafs nach den alten Vorbildern gearbeitet wird. Ein Malerbuch, 
dem vom Berge Athos analog, Podlinnik genannt, forgt für ftrenges Fefihalten 
der Tradition und der Schablone 1). In neuerer Zeit nahm immermehr eine 
Darflellung in ganz kleinem Formate mit fauberen, aber höchft kümmerlichen 
Figürchen in lebhaften Farben überhand. Der Ton wurde oft fchwerer, im 
Fleifche einförmig braun, doch mit fcharf eingefetzten Lichtern bei glattem 
Vortrage. Der Materialprunk Preigerte fich, bis endlich, namentlich feit dem 
I8, Jahrhundert, die Gewohnheit aufkam, nur die Fleifchpartien zu malen, alles 
Uebrige aber mit reich verzierten Metallbekleidungen zu belegen. So hat 
fich in der ruffifchen Kirchenmalerei ein gänzlich herabgekommener, geifilofer 
und formlofer byzantinifcher Stil bis in die neueite Zeit erhalten. Gerade die 
Schwäche der fpäteren byzantinifchen Kunft, die keine freie Selbftbeftimmung, 
keinen Ausdruck eigener Empfindungen kannte, aus keinem fchöpferifchen 
Volksbewufstfein hervorging, fondern ftarr nach Regel und Vorfchrift arbeitete, 
war dem knechtifchen, eigenen Strebens unfähigen Sinne der Ruffen zugänglich. 
Nirgends in den {lavifchen Ländern hat es die äufserlich übernommene 
byzantinifche Kunfl zu einer felbftändigen Entwicklung gebracht. 
Anhang zu 
Buch 
Srlnver, das 
der Malerei 
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