Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1232187
2I2 
Zweites 
Buch. 
Periode. 
Zweiter 
Ab fch nitt. 
Immerhin war das herabgekommene Rom feit dem Ende des 8. jahr- 
hunderts wieder productiver als vorher. Reichere Mittel Hoffen der Curie 
durch ihre Verbindung mit den Karolingern zu, die Bauthätigkeit fteigerte fich, 
die Kirchen wurden von neuem gefchmückt. Leo III, der Karl den Grofsen 
nach Italien geladen, fühlte {ich getrieben, in den Jahren, in denen das abend- 
ländifche Kaiferthum {ich vorbereitete, dem Bündniffe zwifchen der neuen poli- 
tifchen und der geiftlichen Gewalt einen bildlichen Ausdruck zu verleihen. 
Schon in den zerilörten Mofaiken von S. Susanna auf dem Quirinal hatte das 
Bildnifs des Frankenkönigs dem des Papfies entfprochen. Bald darauf wurde 
diefes Verhältnifs noch fprechender verfmnlicht in der Decoration des grofsen 
iäigjgiiirx? Speifefaals (triclinium majus) im Lateran (795-799). Auch diefe Mofaiken 
'find zu Grunde gegangen, wir haben nur-von denen der Hauptapfis eine um 
1743 nach vorhandenen Zeichnungen gefertigte Copie, die eine grofse Nifche 
aufsen an der Scala Santa beim Lateran fchmückt. Es ifi hier verfucht worden, 
den Charakter jener Zeit feftzuhalten; dennoch können wir uns nicht erlauben, 
auf diefer Grundlage über den Stil des Werkes zu urtheilen, und müffen uns 
damit begnügen, von den Gegenftänden Notiz zu nehmen. Im Gewölbe erfcheint 
der Heiland, von den Jüngern umgeben; die Bilder am Bogen rechts und links 
beziehen {ich auf die Einfetzung der weltlichen und der geifllichen Gewalt: 
der thronende Chriftus mitSylvefter und Kaifer Conitantin; der thronende 
Petrus mit Leo III. und König Karl. Sylvefter empfängt die Schlüffel, Leo die 
Stola, der Herrfcher jedesmal das Banner l). Nach dem jahre 800 errichtete 
s. NercoeLeO III. den Neubau der kleinen Bafilika S. Nereo e Achilleo bei den 
Achinm Caracallathermen; die Mofaiken am Bogen der Tribuna find noch aus feiner 
Zeit: Chriili Verklärung, rechts die Verkündigung, links die Madonna mit dem 
bekleideten Kinde und einem Engelz). Die Hauptiiguren werden immer 
fchwächer, dafür beginnt wieder eine flärkere Ausbildung des ornamentalen 
Beiwerkes. 
 Zahlreichere Arbeiten lind uns aus der Zeit des nächfien Papftes Paschalis 
(817-824) erhalten. Oft begnügte man {ich mit der blofsen Reproduction wie 
in S. Prassede, wo die Mofaiken der Apfis vollftändig denen in S. Cosma e 
Damiano nachgebildet, aber {teif und empfindungslos lind, mit langgezerrten 
Figuren, fchwachen Füfsen, leeren Gewändern und mittelmäßiger Ausführung. 
An Chriflus, Petrus und Paulus fchliefsen fich die Heiligen Praxedis und Puden- 
tiana, ein heiliger Diakonus und Papfi Paschalis an. Dazu kommt eine Dar- 
fiellung des neuen Jerufalem am Triumphbogen 3), endlich die kleine, ganz 
mit Mofaik decorirte Capelle S. Zeno. 
S_ 966mm Ebenfo abhängig von demfelben Vorbilde ill die Apfis-Mofaik von S. Cecilia 
in Traitevere: Chriftus zwifchen Petrus u. Paulus nebft den Heiligen Caecilia, 
Valerianus, Agatha und dem Paplle Pafchalis 4). Sein Bau war endlich auch 
sbiärägiacan S. Maria in Domnica (oder della Navicella). Chriftus mit Engeln, Apofteln 
I) Gulenfohn u. Knapp Taf. 43.  
2)'Gaw'uui Taf. 284.. 
3) De Rossi mus. criil.  Vgl. E. 
Taf. 285-291. 
4) Garmtci Taf. 292.  
 Garrucri Taf. 283. 
lllünlz, Revue archäol. 
HOUV. 
särie v0]. 
Gnrrurri
        

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