Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1231643
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Buch. 
Erftes 
Erfier Abfchnitt. 
die Zerfetzung war vielmehr von innen heraus erfolgt. Die Erbfchaft der 
griechifchen Bildung war ein äufserlicher Belitz, deffen die römifche Welt 
geifizig nicht mehr Herr blieb. Die Tradition verilüchtigte iich, jeder Genera- 
tion ging mehr und mehr von dem Naturgefühl des Alterthums verloren, das 
nicht länger durch felbitändiges Studium und Zurückgehen auf die Quelle 
genährt ward. Die lIViedergabe der Formen rein aus dem Gedächtnifs heraus 
hat Gleichgiltigkeit gegen die Durchbildung zur Folge. Es fchwindet die 
Kenntnifs der Formen felbit, ja fogar die Solidität der Technik und das 
leichte Gefchick der Hand. Die Vernachläfiigung der Natur wurde vom 
Chriftenthum zwar nicht erft herbeigeführt, wohl aber noch geiteigert, weil es 
feinem Wefen nach mehr Gewicht auf die geiftige Bedeutung als auf die Form 
legte. Wir liehen an dem Punkte, auf Welchem Alles, was die griechifche 
Kunfi. durch jahrhundertelange Entwicklung in Bewältigung des malerifchen 
Stils und {einer Bedingungen erreicht hatte, unter den Händen der Nach- 
kommen allmählich zu Grunde ging, fo dafs die Malerei bald auf eine primi- 
tive Stufe zurückfmken mufste. 
  
  
        

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