Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1231306
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Zweites Buch. 
Zweiter Abfchnilt. 
äräuüe zählen.  Als fünfte Gruppe können wir alle Bilder bezeichnen, die ohne 
i d m Umrahmung, ja ohne zufammenhängenden Hintergrund, ganz ifolirt der Ge- 
fammtdecoration eingefügt find. Hierher gehören einerfeits alle jene Figuren, 
die, wie die foeben befprochenen Täfelchen, unmittelbar als Schmuck, man 
könnte fagen, als ornamentale Staffage, jenes phantaflifchen Architekturgerüftes 
crfcheinen, wo fie bald über einer Baluftrade hinwegblicken, bald an den un- 
mögliehften Stellen auf einer hervorquellenden Pflanzenranke fich fchaukeln, 
bald wie Nachtwandler hoch auf den Gefimfen einherzuwandeln fcheinen. Oder 
fie öffnen eine in den leeren farbigen 
i!  Wandgrund hineinführende Thüre 
 oder kauern nachdenklich auf einer 
N1] mjil" Treppenfltife des Luftfchloffes. Bizarr 
 4 ljr   
   genug wirken fieoft, Prets aber zier- 
W rllrw, lieh und anmuthig. Aber nicht nur 
41g" Wl in diefer umrahmenden Scheinarchi- 
   
I"  dern auch mittxexi in den fglunlifalijiari: 
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[N51]  y .59" maffenhaft in Pompeji zu Tage ge- 
illl) '  t ten. Oft ift es fchwer dief- 
(Zwei;  r-e  , en 
"Ä  g junglingen oder jungfrauen befondere 
   Namen zu geben. Oft aber kann man 
  fie als Jahreszeiten oder als Mufen, 
  Horen, Grazien oder als Satyrn und 
"i Bakchantinnen bezeichnen. Auch Ken- 
i i 1 taurcn, "fritonen und Halbthiere ande- 
 Fig. 33. Von einem Wandgcinältle zu Pompeji. rer Art {md in (Mehr Weiß darge" 
 flellt, in welcher die Phantafie einen 
unbegrenzten Spielraum hat. Auffallend aber ift, dafs felbft landfchaftliche 
Darflellungen oft genug ohne Umrahmung, ohne vollen Zufammenhang des 
Hintcrgrundes, ohne Himmel, trotzdem aber nicht ohne perfpectivifche 
Abflcht von dem überall in fre hinein durchfcheinenden rothen, gelben, fchwarzen 
oder weifsen Wandgrund {ich abheben. 
ßifiuifcruifc- Diefer grofsen Mannichfaltigkeit der ornamentalen oder decorativen Stellung 
 einzelnen campanifchen Wandbildcr entfpricht eine nicht minder reiche 
Mannichfaltigkeit der dargeftellten Gegenflände. Auch hier können wir ganz 
im Allgemeinen fagen, dafs Alles dargeflellt worden, was die Phantafie er- 
funden oder die Sage überliefert hatte, oder was das tägliche Leben vor Augen 
führte, und die landfchaftliche Natur an freundlichen Reizen darbot. Einen 
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