Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1231023
Buch. 
Zweites 
Abfchl 
Zweiter 
Andere 
Landfchafts- 
mofaiken. 
hlofaiciffen- 
Infchriften. 
zu feiner charakteriftifchen Zeit, der Zeit der Ueberfchwemmung, in äufserft 
lebendiger und zutreffender Weife. Von Perfpective kann wohl in Bezug auf 
Einzelheiten, nicht aber in Bezug auf das Ganze die Rede fein. Die Menfchen 
des Hintergrundes find nicht kleiner dargefiellt, als diejenigen des Vorder- 
grundes. Dabei ift aber doch eine Art Unterordnung unter einen freilich Vogel- 
fchauartig hohen Gefichtspunkt bewahrt. Es ift eine Art Compromits zwifchen 
perfpectivifcher Darftellung und einer dem Fufsbodenflil angemeffeneren Flä- 
chenausbreitung. Aehnliches wiederholt fich auf verfchiedenen kleineren 
Landfchaftsmofaiken. 
Landfchaften finden {ich in der That, entfprechend der Spätzeit antiker 
Cultur, der fie angehören, fehr oft auf den Fufsbodenmofaiken römifcher 
Villen. Eine ganze Reihe folcher Mofaiknaturbilder fiammt z. B. aus der 
Villa Hadrians bei Tivoli 1). Die meiften derfelben werden im Vatican auf- 
bewahrt. Eines aber, welches in einer wilden Felfenlandfchaft einen Kampf 
zwifchen zwei Kentauren einerfeits und einem Löwen, einem Tiger und einem 
Panther andererfeits naturaliftifch und lebendig daritellt, ift in das Antiquarium 
des Berliner Mufeurns gekommen. Intereffant ifi; auch die Landfchaftsmofaik 
Guattani, welche eine einfame Berg- und Seelandfchaft beim Sonnenaufgang 
darfiellt 2). 
Zum Schlufse fei noch zweier in Pompeji gefundener Mofaike gedacht, 
die {ich durch eine befondere Feinheit der Arbeit auszeichnen, weshalb denn 
der Künftler es auch für der Mühe werth gehalten hat, feinen Namen in ihnen 
zu verewigen. Er nennt {ich Diaskurzkles von Samos. Diefe Mofaiken ftellen 
Bühnenkünftler dar. Auf dem einen fehen wir drei maskirte Frauenzimmer 
und ein Kind mit Tambourin, Flöten und Klappern einen Tanz aufführen. 
Das Gegenftück zeigt eine ruhigere Gruppe maskirter Gefialten. 
Diefe und viele andere Mofaiken haben uns werthvolle Abbilder des Zu- 
ftandes der antiken Malerei in der römifchen Kaiferzeit erhalten, einer Malerei, 
der alle Gegenitände vom befcheidenften Stillleben bis zur pomphafteften 
Allegorie recht flnd, und der alle Probleme der malerifchen Technik kein 
Geheimnifs mehr iind. Etwas handwerksmäfsiges und hartes bleibt der Tech- 
nik jedoch Pcets anhaften. 
GEMÄLDE AUF 
STEIN. 
ihre 
Bedeutung. 
Den aus Steinen beftehenden Mofaikgemälden mufs die Befprechung einiger 
wiedergefundenen Gemälde auf Steinen angereiht werden. Dafs die Griechen 
den weifsen Marmor für ein fehr günftiges Material zum Auftrag von Farben 
gehalten, dafs fle ihre Marrnortempel mit reicher Polychromie gefchmückt und 
jedenfalls theilweife auch ihre Statuen von Marmor mit farbiger Hülle bekleidet 
haben, ift bekannt. Hier handelt es {ich um wirkliche Zeichnungen oder Ge- 
mälde auf Marmor oder anderen Steinen; und auch hier kann nur das Bedeu- 
tendfte hervorgehoben werden.  
Von doppeltem Intereffe {incl einige derartige zunächft zu befprechende 
Gemälde, weil Tafelgemälde auf Holz oder Elfenbein nicht erhalten find, auch 
Publicirt in dem Werke von Pezmzz: Viaggio pittorico della villa Adriana. 
Annali (lelY Infütuto, 1838. Tav. (Pagg. O, 
R0 
1826.
        

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