Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1230972
Die 
der griechifch-rölmlifclmen 
erhaltenen Werke 
Malerei. 
gefchmackvoll ift, folche Darftellungen, zumal wenn fie perfpectivifche Tiefe 
haben, mit Füfsen zu treten, verfteht fich von felbit. Für den Zweck diefer 
Schrift indefs müffen wir gerade {ie hervorheben. 
Kleinere, als bunte Schilder dem ornamentalen Ganzen eingetlochtene 
Bilder werden noch weniger AnProfs erregen, als grofse, den ganzen Fufsboden 
bedeckende Gemälde. Darftellungen beider Arten aber haben {ich in beträcht- 
licher Anzahl Cfhälten- Die ergiebigften Fundorte derfelben find die Umgebungen Fundorte 
Roms und POmPClfS, und die meiften und intereffanteften antiken Mofaikgemälde Iiiiiiiwliii 
werden dem entfprechend noch heute in den römifchen Sammlungen und im gmählm 
Nationalmufeum von Neapel aufbewahrt. Aber auch in Spanien und Africa 
und, diesfeits der Alpen, in Frankreich, Deutfchland, England Ungarn und 
Siebenbürgen find wichtige Mofaiken-Funde gemacht wgrdenf Die Mofaik 
Lupi, welche Helios im Thierkreis über den perfonificirten Jahreszeiten darftellt 
aufbewahrt in der Münchener Vafenfammlung, iit in Italien entdeclqß 11; 
Deutfchland aber, zu Vilbel in Oberheffen, ift z. B. die Mofaik des Darmfiädter 
Mufeums gefunden, eine andere öfter genannte zu Nennig; in Köln hat man 
eine Mofaikdarftellung mit Bruftbildern von Philofophen und Dichtern, worunter 
Diogenes, Sokrates, Sophokles, aufgedeckt; eine Salzburger Mofaik ftellt eine 
Scene aus der Gefchichte des Thefeus dar; auf Mofaiken, die zu Varhely in 
Siebenbürgen ausgegraben worden, aber leider ganz vernichtet iind, fand man 
ein Parisurtheil und Priamos im Zelte des Achilleus. 
Die Gefchichte der Erfindung der Mofaiken und ihrer Einführung in Italien Gefizliiclite 
können wir einigermafsen verfolgen. Ornamentale Fufsbodenmofaiken find dcrfelben" 
wahrfcheinlich im Orient erfunden worden und uralt. Erft in der helleniftifchen 
Zeit nach Alexander d. Gr. aber fing man, wie gefagt, an, wirkliche Gemälde 
in die Fufsböden zu verlegen. So erfahren wir von Prachtniofaiken, welche 
mehrere Säle des Riefenfchiffes König Hierons von Syrakus fchmückten. Sie 
ftellten Scenen aus dem trojanifchen Kriege dar. Ferner erzählt Plinius 1) von 
einem Künftler der Diadochenzeit: nAm berühmteften in diefer Art ift Sofas, Sofos von 
der zu Pergamos den Oikos afarotos, d. h. das ungefegte Haus, ausführte, fo lyergnnml 
genannt, weil es die Speifereile und, was fonft ausgekehrt zu werden pflegt, 
als fei es auf den Fufsböden liegen geblieben, mitikleinen, mannichfach ge- 
färbten Würfelchen dargeftellt hatte. Bewundernswerth iit daran eine Taube, 
welche trinkt und das Waffer durch den Schatten des Kopfes dunkler macht; 
andere fonnen {ich und reiben fich an dem Rande des Gefäfsesß 
Ein glücklicher Zufall hat uns Theile diefer berühmten Daritellung in ver- Mofuikales 
fchiedenen Wiederholungen erhalten. Mofaikböden mit der Darftellung von Hcrakhms" 
Speifereiien haben {ich nämlich in Nordafrica und auf dem Aventin zu Rom 
gefunden. Stücke des letzteren, deffen Künftler feinen Namen Hcralalitos dem 
Werke eingefetzt, werden jetzt im Mufeum des Lateran aufbewahrt. In der 
That machen alle diefe auf dem weifsen Grunde zerftreuten Gegenftände, die 
Mufcheln, Schneckenhäufer, Fifchgerippe, Knochen, Hummerfiacheln, Blätter, 
Kirfchen, Traubenfiengel, Aufternfchaalen und die Maus, die es fich zwifchen 
dem. Abfall wohl fein läfst, einen recht natürlichen und anmuthigen Eindruck.  
Von den Tauben auf dem Rande des Gefäfses hat flCh das fchönfle Exemplar Diiiiääliwirfli- 
m Tauben. 
Plinius  
N aturalis Hißoria. 
xxxvg
        

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