Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerei des Alterthums
Person:
Woermann, Karl Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1229470
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1230896
Die erhaltenen 
der griechifch-römifchen 
Werke 
Malerei. 
ficationen wiedergegeben. Grofsartige Sonnenaufgangsgemälde geben anthro- 
pomorphifche Naturfchilderungen, die einzig in ihrer Art find. Aber auch der 
Thiafos des Meeres, wie derjenige des Erdenlebens, findet reichhaltige und 
lebendige Verwendung. Von Darftellungen aus menfchlichem Kreife find 
Liebesfcenen am häufigften. Ueppig, wie der Stil diefer Gemälde, ift auch 
in der Regel der Stoff, den fie behandeln.  
Sehr verfchieden von allen früheren find die grofsen Hauptcompofitionen 02336128363; 
diefer Vafen angeordnet. Die Mitte bildet vorzugsweife ein ftattlicher Säulen- Vafgrgilgiefßß 
bau. Um ihn gruppiren fich links und rechts, oben und unten zahlreiche Ge- 
Halten. Der Figurenreichthum diefer Compofitionen ift erftaunlich: wo die zur 
Sage gehörigen Gefialten nicht ausreichen, um den Raum zu füllen, werden 
beliebige Nebenperfonen erfunden, die oft als perfonificirte Begriffe im Sinne 
diefer Zeit infchriftlich beglaubigt, oft aber auch fchwer zu benennen lind. 
Das Unter- und Uebereinander foll in der Regel ein Vor- und Hintereinander 
ausdrücken, ohne dafs die oberen Figuren perfpectivifch verkleinert wären. 
Die verfchiedenen Pläne find durch Bodenlinien angedeutet, denen nicht 
felten Gräfer, Kräuter und Blumen entfpriefsen; die Linien felbft aber werden 
oft durch Reihen von gelben oder weifsen Punkten erfetzt, zwifchen denen 
Steine und Felsblöcke eingeftreut find, wo das Terrain es erheifcht. Der ältere, 
filhouettenhafte Vafenftil hat hier einen oft feltfam wirkenden Compromifs mit 
der malerifchen Auffaffung der Tafelmalerei gefchloffen. Sicher aber wurde 
hier auf eine wirkliche, perfpectivifch malerifche Behandlung nur im Intercffe 
richtiger ornamentaler Stilgefetze verzichtet, wie fie fich aus der Form diefer 
Gefäfse mit conftructiver Nothwendigkeit ergaben. Die Formen der Geflalten 223,32: 
lind im Einzelnen frei bis zur Willkür, in der Regel zu weich und gedunfen, 
um fein zu fein, nicht felten durch Verzeichnungen entftellt. Eine grofse 
Leichtigkeit der Hand zeigt (ich überall. Ein grofses Raffinement giebt fich 
in der Wahl verfchiedener, oft gefchickt verkürzter Stellungen, fowie in den 
reichgefiickten, bunten, an Theatercofiüme erinnernden, ihnen oft auch wirklich 
nachgebildeten Gewändern kund. Ueberall ifl: es auf Effecte und Ueber- 
rafchungen abgefehen. Der fchwarze Grund herrfcht auch hier vor. Die figür- 
lichen Scenen {incl auch hier in der Farbe des Thongrundes ausgefpart; die  
Zuhülfenahme anderer Farben ift jedoch eine reichliche; aber wo diefelben fich, 
wie in den meiften Fällen, in Schattirungen von Weifs, gelb, braun und höchfiens 
roth halten, fchliefsen fie {ich der dominirenden Farbe des Thongrundes har- 
monifch an, ohne bunt zu wirken. In einzelnen Fällen kommen aber auch 
wirklich bunte Farben, felbfi blau und grün, an Vafen diefer Gattung vor. 
Als Vafenmaler diefes fpäten Stils mögen Assteas, Lasmzos und Pylkon ge-  
nannt fein. 
Die Vafenbilder diefer Art laffen {ich etwa bis zum Jahre 65 vor Chr. bfxffclffjng 
herabverfolgen. Dann erlifcht die Fabrication bemalter Vafen. Die Römer 
begiinftigten fie nicht. Von der Entwicklung der zeichnenden KunPc der Griechen 
in ihren verfchiedenen Phafen giebt uns aber die Vafenmalerei, wenn auch in 
handwerksmäfsiger Abwandlung, ein treues Spiegelbild.
        

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