Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226758
Kap- 
peloponnesischen 
des 
Bis zum Ende 
Krieges. 
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Form eines Blätterstranges hat. Ein anders geformtes Kyma- 
tion, das "lesbische", welches die Form des "Herzblattes" 
zeigt, bildet den Abschluss der Säule nach oben. 
Den Grundrifs des ionischen Kapitells sehen wir auf 
Taf. 18, Fig. 1. Es ist auf den ersten Blick klar, dafs dieses 
nur für eine fortlaufende Reihe von Säulen passend ist. Für 
Ecksäulen eignete es sich nicht, wenn diese nicht auf der 
einen Seite einen andern Anblick gewähren sollten als die 
übrigen in gleicher Flucht. Da kam man auf einen sinnreichen 
Ausweg. Man stellte sich vor, dafs zwei, durch diagonale 
Schnitte entstandene Halbkapitelle, von denen das eine der 
Vorderseite, das andere der Längsseite des Tempels entsprach, 
sich zu einem Ganzen zusammensetzten; in der äufseren Ecke 
stiefsen dann zwei Voluten aufeinander, die man in der Dia- 
gonale auswärts bog (Taf. 13, F ig. 2 links oben); in der inneren 
Ecke trafen die beiden Polsterseiten zusammen und bildeten 
einen allerdings unschönen Winkel, der sich aberden Blicken 
der Beschauer ja meist entzog. Taf. 13, Fig. 3 zelgt uns diese 
Ansicht der inneren Ecke, nicht an einem rein ionischen, son- 
dern an einem attisch-ionischen Kapitelle.  
Die attisch-ionische Säule hat zunächst eine von der 
ionischen Säule abweichende Basis. Es mangelt ihr der Aba- 
cus, der unterste Teil ist vielmehr (vgl. Taf. 13, Eig- 4) ein 
rundlicher Wulst, Torus; auf ihn folgt eine starke Einziehung, 
Trochilus, dann ein zweiter etwas zurücktretender Torus. 
Die Toren sind entweder glatt, oder horizontal gefurcht, 
oder sie erscheinen wie mit Gurtgeflechten überzogen. Der 
Schaft ist bei beiden Säulen gleichartig, aber oberhalb des- 
selben ist als Übergang zu dem Kapitell bei der attisch-i0ni- 
schen Säule ein abwechselnd mit Palmetten und Kelchen ge- 
schmückter Hals (vgl. Taf. 13, Fig.  angebracht, ein An- 
themienhals. Am eigentlichen Kapitell ist oft die Fascia etwas 
reicher entwickelt. 
Das Gebälk ist bei der ionischen und attisch-ionischen 
Ordnung, wie bei der dorischen dreiteilig (s. Taf. 12, Fig_ 5 
und 11); es besteht aus Epistyl (Architrav). Fries und Gesims. 
Das Epistyl besteht aus drei übereinander hervortretenden Balken 
und findet seinen Abschluss in einem Sims, der aus Rundstab 
(Astragal), ionischem oder lesbischem Kymation, Hohlkehle und 
Platte besteht. Darüber läuft der Fries (Thrinkos) hin, welcher 
glatt und in seiner Längsausdehnuug ungegliedert sich um 
den ganzen Bau herumzieht; er wird öfters benutzt, um pla- 
stischen Schmuck anzubringen, und heifst dann, weil dieser in 
Bildern lebender Wesen besteht, Zophoros (vgLTaf. 12, Fig. 1). 
Über diesem folgt wieder (vgl. Taf. 12, Fig. 8 und 9) ein
        

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