Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226728
einige der ältesten Bilder erinnern; doch wird diese zeitig ver- 
drängt vom Erzgufs, neben dem bald die Marinorskulptur auf- 
kommt. Spuren von Kunstthätigkeit finden sich aller Orten, aber 
die Hauptsitze derselben sind Sicilien und im eigentlichen 
Griechenland Athen, Ägina und der Peloponnes. Die Ent- 
vrickelung in der Kunst zeigt sich in dem Fortschritte von 
steifer Starrheit zu lebensvoller Bewegung; nur dem Kopfe 
einen natürlichen Ausdruck zu geben gelingt noch nicht; fast 
überall findet sich das verlegene Lächeln. Man ist bei uns 
leicht geneigt, verächtlich auf diese Kunstschöpfungen zu 
blicken; zumal in der christlichen Kunst, WO der Körper fast 
regelmäfsig bekleidet und daher minder ausdrucksfähig ist, das 
Gesicht fast allein der Träger des Ausdrucks ist. Die ältere 
griechische Kunst hat sich mehr bestrebt die Handlung, an 
der der ganze Körper beteiligt ist, als die geistige Stimmung 
des Handelnden wiederzugeben. Und Deutlichkeit hat sie 
erreicht, das bezeugen die zuletzt besprochenen Werke sowohl 
wie die Reliefs, wenn auch manchmal die Naturwahrheit be- 
einträchtigt wird der Deutlichkeit wegen. Wie um den Ein- 
druck, den die kräftige Behandlung der Körperformen hervor- 
ruft, etwas zu mildern, zeigt sich in der Behandlung der Ge- 
wandung und des Haares etwas Zierliches. Dieser Widerspruch 
ist charakteristisch für die plastischen Werke dieser Periode, 
die man archaische, d. h. altertümliche nennt. 
In der Baukunst ist Steinbau üblich; es herrscht vor den 
Perserkriegen, entsprechend den politischen Verhältnissen, fast 
ausschliefslich die dorische Ordnung, die, wie auch am P0- 
seidontempel ersichtlich ist, damals etwas gedrungene Ver- 
hältnisse zeigt. Es wurden damals fast ausschliesslich Tempel 
gebaut. Für die Bedürfnisse des einzelnen prächtige Gebäude auf- 
zuführen, war während der Blütezeit Griechenlands nicht Sitte; 
auch die Staatsbauten verschwinden neben den Tempelbauten. 
KAPITEL. 
DRITTES 
Die 
zum Ende 
Krieges. 
griechische Kunst bis 
ponnesischen 
des 
PCIQ. 
Nachdem der Landesfeind, der die Unabhängigkeit Grie- 
chenlands mit seinen gewaltigen Heeresmassen bedroht hatte, 
nachdem die Perser besiegt und selbst in Asien zurückgedrängt 
waren, nahmen mit dem gesamten öifentlichen Leben auch 
die Künste in Griechenland einen gewaltigen Aufschwung.
        

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