Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226707
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Die griechische Kunst. 
Von rechts und links eilen schwere und leichte Truppen her- 
an, die Bogenschützen knieen nieder, um sich mehr decken und 
sicherer schiefsen zu können, die Hopliten machen sich wurf- 
bereit, und bald decken Sterbende das Schlachtfeld. 
In der Mitte des Kampfes steht, allein bewegungslos, die 
hehre Göttin, gröfser als alle an Körper und noch gröfser er- 
scheinend, weil sie allein ganz aufrecht steht; sie greift nicht 
äufserlich in den Kampf ein, doch ihre Gegenwart bringt ihren 
Freunden Heil. Sie ist ganz bekleidet und gewappnet. Sie 
trägt einen (stahl-) blauen Helm mit rotem Helmbusch, ihre 
Brust deckt die mit regelmäfsigen Schuppen bemalte Ägis 
mit dem Gorgonenhaupt. Gewand und Mantel umhüllen den Leib 
und hängen vom rechten Arm herab; sie zeigen mehrere 
stufenförmige Reihen von regelmäßigen Falten, lassen aber 
nicht mehr erkennen, wie weit sie bemalt waren. In der 
Rechten führt sie den Speer, am linken Arm den innen roten, 
aufsen blauen Schild. Sie hat blaue Augen und hellbraune 
Haare. Freilich ist von den Farben nur noch wenig zu er- 
kennen. 
Der verwundete Krieger zu ihren Füfsen scheint eben 
gefallen zu sein; noch hält er das Schwert in der den Ober- 
körper stützenden Rechten, aber schon sind seine Glieder matt, 
in wenig Augenblicken wird er vollends niederstürzen. Der 
jüngling, der den Gefallenen zu sich herüberziehen will (die 
aus dem Ostgiebel entlehnte Figur), hat sich der Waffen ent- 
ledigt, um leichter zu sein, und greift, sich beugend, mit 
beiden Händen nach jenem. Die dann auf beiden Seiten fol- 
genden Vorkämpfer sind geschützt durch Schild und Helm. 
In der Rechten führen sie die Lanzen, zum Angriffe bereit; 
dann folgt rechts und links je ein Bogenschütze, wenn die 
getroffene Anordnung richtig ist, und sie nicht um eine Stelle 
mehr nach den Ecken zu hinter ihre jetzigen Hintermänner 
zu rücken sind. Der troische Schütze will soeben schiefsen, 
der griechische hat es bereits gethan. Hinter diesen folgen 
nach der Münchener Anordnung Schwerbewaffnete, knieend, 
etwas vornübergeneigt, wie um zu lauern, ob sich eine gün- 
stige Gelegenheit biete in den Kampf einzugreifen. In den 
Ecken liegen zwei Sterbende auf den Boden hingestreckt; 
der Grieche (Fig. 8a) zieht sich den Pfeil aus der Brust, der 
Troer greift nach seinerWunde am Knie. Bemalt waren natürlich 
auch diese Gestalten alle, mit Ausnahme der nackten Teile, von 
denen man blofs die Lippen zu färben pflegte. Zahlreiche 
Löcher beweisen, dafs auch noch metallene Zieraten befestigt 
gewesen sind. Auch die Waffen mit Ausnahme der Schilde 
waren aus Metall.
        

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