Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226636
K31) 
der 
zur Besicgung 
Bis 
Perser. 
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Man glaubt in diesen gleichartigen Reliefs Grabdenkmäler er- 
kennen zu dürfen und deutet die beiden thronenden Figuren 
auf Hades und Persephone; doch könnten es auch Bilder der 
als Heroen gedachten Verstorbenen sein. 
Nike von Delos. Taf. 11, Fig. 9 bietet uns das aus dem 
Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. stammende, älteste griechische 
Rundbild, dessen Meister inschriftlich bezeugt sind. Sie 
heifsen „Mikkiades und Archermos die Chioten." Wir sehen 
das halblebensgrofse Bild eines geflügelten Weibes, das in 
eiligem Laufe begriffen ist. Der Unterkörper ist von der Seite, 
der Oberkörper von vorn dargestellt. Um den Kopf trägt sie 
einen Metallstreifen, unter dem lange Ringellocken hervorquellen, 
die hinten auf die Schultern, vorn über die Brust weit herab- 
fallen. Die Augen sind horizontal gestellt, die Nase ist breit, 
die Mundwinkel sind wie zu fröhlichem Lachen emporgezogen. 
In den Ohren trägt sie Geschmeide. Das Gewand ist straff 
über die Brust gespannt und durch einen Gürtel zusammen- 
gefafst, unter welchem es in langen Falten sich einiger- 
mafsen den Körperformen anschmiegt. Die Bingeknickte 
Haltung des rechten Beines bedeutet eilenden Lauf (vgl. Taf. 7, 
Fig. 2). Infolge desselben ist denn auch das Gewand zurück- 
geblieben und das rechte Bein bis zum Knie nackt. Wer dieses 
eilende Weib ist, zeigen die Flügelansätze an Siihllltßm und 
Füfsen: es ist eine Nike.  Ist sie auch eben als ein Rund- 
bild bezeichnet, im Gegensatz zu den bisher behandelten 
Flachbildem (Reliefs), so ist doch zu bemerken, dafs die For- 
men nicht vollrund sind, sondern wie aus einer flachen Mar- 
inortafel geschnitten. Ähnlich mag das Aussehen mancher 
Holzbilder (xoanal gewesen sein, welche als Werke ältester 
hellenischer Zeit erwähnt werden. 
Sogenannter Apollon von Tenea. Die folgende Statue 
lTaf. 11, Fig. 3 stellt einen geradestehenden, unbekleideten, ju- 
gendlichkräftigen Mann dar mit herabhängenden, anliegenden 
Armen und langem Haar. Die Fiifse sind beide mit ganzer Sohle 
auf den Boden gestellt und tragen, WlCWOhi der linke vor den 
rechten vorgeschoben ist, doch beide in gleicher Weise den 
Körper. Beine und Arme zeigen stramme Haltung; besonders 
In den Beinen, wo die Kniee durchgedrückt sind, ist die An- 
Spannung der Muskeln stark. Hierzu stimmt das energische 
Zusammenballen der Hände. Die kräftige Brust mit deutlich 
ausgedruckter Muskulatur erhebt sich auf schmalen Hüften, 
die Schultern hängen etwas tief, der Hals ist fast cylindrisch 
rund. Der kleine Kopf ist ohne jede Wendung oder Neigung 
gerade nach vorn gerichtet, der zurücktretende Mund ist fest 
äesuhlossen, doch spielt um denselben ein freundliches Lächeln.
        

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