Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226614
der Perser. 
Besiegung 
Bis zur 
59 
üe aufserste Reihe von derbCellla absliand (vgl. Tat". 10, Fig. 14). 
at ein Tem el aufsen ü eriaupt eine Vollsaulen sondern 
blofs ringsumpHalbsäulen, die aus der Cellawand hefvorragen, 
so nennt man ihn Pseudoperipteros (vgl. Taf. 10, Fig. 15), 
Man scheidet die Tempel auch nach der Zahl der 
Säulen in der Front in vier-, sechs-, acht-, zehn-, zwölfsäulige: 
tetra-, hexa-, okta-, deka-, dodeka-styla. Wegen des in der 
Mitte gelegenen Eingangs mufste natürlich die Zahl immer 
eine gerade sein. Die Längsseite war in der Regel etwas mehr 
als doppelt so grofs wie die Front. Die Tempel der besten 
Zeit haben selten mehr als acht Säulen in der Front. 
Nachdem wir so vom Tempel des Poseidon zu Paestum 
ausgehend alle Einzelheiten betrachtet haben, ist das Taf. 10, 
Fig. 16 gebotene Bild, das uns den Elinblick in den ganzen Auf- 
bau eines blofs gedachten dorischen Tempels gewährt, in allen 
seinen Teilen verständlich. Über drei Stufen erhebt sich die 
vordere Säulenreihe dieses Peripteros. Als Schmuck zeigt die 
Giebelseite Schilde und Inschriften auf dem Epistylion, Reliefs 
in den Metopen, eine Gruppe von Figurel) 1111 DTeieCk, 
Greife als Akroterien. Im Innern erblicken wir die Quader- 
Wand der Cella, auf welcher sowohl die wagerechten Deck- 
balken der Säulenhalle als die schrägen Dachsparren auf lagern. 
Die Cella ist durch Säulen in drei Langssclailfe geteilt, und 
zwar sind je zwei Säulenreihen übereinander gestellt und zwischen 
ihnen in halber Höhe Galerien angebracht. Oberhalb der 
Seitenschiffe finden sich Beleuchtungsöffnungen. Das mittlere 
Schiff zeigt eine Kalymmatiendecke. Der hintere Raum hat das 
Bild des Gottes aufgenommen, dem man als Weihgeschenke 
allerlei kostbare Geräte (largebracht hat. 
Metopen von Selinunt (Taf. 11, Fig- ll- wie erwähnt, 
waren die Metopen des Tempelfrieses öfters mit Reliefs ge- 
schmückt. Solche sind aus alter Zeit erhalten von einem 
Tempel zu Selinunt auf Sicilien, der etwa im Anfange des 
sechsten Jahrhunderts erbaut worden ist. Der Inhalt der einen 
Metope bezieht sich auf die im Altertum wwohlbekannte Ge- 
schichte von Herakles und den Kerkopen. Diese zwei 
Brüder waren Wegelagerer und Vagabunden, die sich selbst 
V0r Herakles nicht fürchteten, als er einst zum Schlafen sich 
unter einen Baum gestreckt und die Waffen neben sich gelegt 
hatte. Sie nehmen ihm die Waffen weg und greifen ihn selbst 
an. Da fafst dieser die frechen Gesellen, bindet sie an einen 
Tmgebalken, wirft diesen über seine Schultern und nimmt sie 
mit. Das drollige Gespräch, das sie dann unter sich führen, 
macht aber den Helden lachen und er läfst das Brüderpaar 
laufen. Nicht minder bekannt war die Sage von der Medusa,
        

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