Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226609
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Die griechische Kunst. 
gewundenen Maeanderstrom in Kleinasien Maearmder nennt 
(vgl. Taf. 9, Fig. 10); der Hals der Anten und die Sima er- 
hielten sogenannte Palmettenbänder als Ornament (vgl. Taf. 9, 
Fig. 9 und 11-14). Und diese verschiedenen Ornamente 
waren alle in verschiedenen kräftigen, tiefgesättigten Deckfar- 
ben ausgeführt. Ferner waren blau gefärbt die Triglyphen 
samt den Regulae (Riemchen) darunter und den Mutuli 
{Dielenköpfenl darüber, während die Tropfen rot oder ver- 
goldet waren; rot waren an den Kapitellen die Riemchen. 
Die Metopen und die Giebeldreiecke erhielten wohl meist 
einen braunroten Grund, von dem sich Reliefs und Statuen 
gut abheben. Reicher noch wurde die Innenseite des Gebälks, 
innerhalb der Säulenhalle, gefärbt, wovon uns wenigstens das 
Linienmuster vorgeführt wird auf Taf. 10, Fig. 4. Säulen, 
Architrav und Cellawand hatten vermutlich einen gelblichen 
Ton. So strahlten die Tempel in reizvoller Farbenbuntheit 
(Polychromie) und erfreuten das empfängliche Auge des 
Griechen. 
Tempelgrundrisse. Der Poseidontempel in Paestum, 
von dem wir ausgegangen waren, hat ringsum eine Säulen- 
halle; solch einen Tempel nennt man Peripteros. Man unter- 
scheidet nach der Anlage der Grundrisse folgende Arten von 
Tempeln: Die einfachste ist die, bei welcher die Cella nur 
eine Vorhalle hat, die von den vorstehenden Seitenmauern 
rechts und links begrenzt, vorn aber von zwei den Thürpfosten 
entsprechenden Säulen gestützt ist (vgl. Taf.10, Fig.10); eine 
gleiche Halle konnte an der Hinterseite angebracht werden, die 
dann ohne Verbindung mit der Cella war: Posticum. Beide Arten 
nennt man templa in antis, Antentempel (antazStirnpfeiler); 
den Grundrifs zeigt Taf. 10, Fig. 11. Wird, während die drei 
andern Seiten des Säulenschmuckes entbehren, die Vorhalle 
blofs von Säulen getragen, deren dann vier zu sein pflegen, 
so heifst der Tempel Prostylos, und, wenn eine ähnliche Halle 
hinten hinzutritt, Amphiprostylos (vgl. Taf. 10, Fig. 12). Die 
folgende Art ist der Peripteros, bei dem die Säulenhalle rings- 
umläuft; natürlich kann der eingeschlossene Teil dann wieder 
die Gestalt eines Antentempels haben, wie der Poseidontempel 
(Vgl. Taf. 8, Fig. 9), oder die eines Amphiprostylos, wie wir 
das beim Parthenon finden (Taf. 14, Fig. 8). Erweiterte man 
die Breite der Säulenhalle so, dafs zwei parallele Säulenreihen 
auf jeder Längsseite standen, während es vorn und hinten dann 
meist je drei waren, so entstand der Dipteros (vgl. Taf. 10, 
Fig.13), während Pseudodipteros ein solcher Bau genannt wurde, 
der an den Längsseiten zwar nur eine Säulenreihe hatte, aber 
in so weitem Abstand von der T empelwand, wie beim Dipteros
        

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