Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226584
56 
Die 
griechische Kunst. 
grenzt, daher wohl der Name Triglyphen, d. h. Dreischlitze. 
Die zwischen ihnen befindlichen Platten heifsen Metopenw); 
sie sind oft mit Reliefs geschmückt worden (Taf. 9, Fig. 16). 
Triglyphen finden sich in der Regel (vgl. Taf. 9, Fig. 17) je 
über der Mitte der Säulen und der Säulenzwischenräume; nur 
an den Ecken ist eine Abweichung insofern, als man, weil 
eine halbe Metope einen schlechten Abschlufs gebildet haben 
würde, die Triglyphe an die Ecke schob, was um S0 leichter 
geschehen konnte, da ja hier der Saulenabstand (s. S. 54) ge- 
ringer war. 
Eine klare Anschauung des dorischen Frieses in seinem 
Verhältnis zu Architrav und Geison giebt Taf. 9, Fig. 16. 
Unter jeder Triglyphe befindet sich unterhalb der trennenden 
Leiste das Riemchen (Regula) an dem je sechs tropfenartige 
Körper hängen. Oberhalb einer jeden Triglyphe sowohl 
als über der Mitte jeder Metope sind an der Unterfläche 
des Kranzgesimses viereckige Tafeln von der Breite einer 
Triglyphe mit dreimal sechs tropfenartigen Körpern; man 
nennt sie Tropfenfelder, Dielenköpfe, Mutuli oder Viae. Sie 
hängen fast horizontal, sind nur vorn etwas nach unten geneigt. 
Die Steinplatten, aus denen das weit vorspringende Gei- 
son gebildet ist, Hängeplatten genannt, sind vorn senkrecht, 
schliefsen aber oben ab in eine geschwungene Leiste, Kyrna. 
Oben sind sie horizontal. Genau wie dieses ringsumlaufende 
Kranzgesims sind die schräg aufsteigenden Dachgesimse an den 
Giebeln gebildet (vgLTaf. 9, Fig. 16), nur dal's dieTropfenfelder 
(Mutuli) fehlen. Das Giebeldreieck (Tympanon) selbst war 
oft mit plastischem Schmuckwerk ausgestattet. Den Abschlufs 
findet der Tempel ringsum in einer schön geschwungenen 
Bekrönung, Rinnleiste oder Sima (Taf. 9, Fig. 17 und 18a), 
von der am Poseidontempel nichts mehr erhalten ist. Diese 
ist hinten als Regenrinne ausgebaucht und auf den Längsseiten 
in regelmäfsigen Abständen mit Löwenköpfen versehen, die 
als Wasserspeier aus durchbohrtem Rachen das Wasser über 
die Stufen des Tempels hinausschleudern. Am genauesten 
zeigt uns diese Sima Taf. 9, Fig. 18, welche uns auch die 
ganze Fügung des Gebälkes, die Bildung von Decke und Dach 
und die Zusammensetzung der Säulen aus Trommeln veranschau- 
licht. Uber und hinter dem Kranzgesims alsolagen diehorizontalen 
Deckbalken, welche den inneren Abschlufs der Säulenhalle 
und teilweise des Tempels selbst nach oben hin bewirkten. 
Tai 1O,Fig- 1 zeigt uns in der einen Hälfte, wie die Decke 
entsprechend den. tragenden Balken in rechteckige Felder zer- 
fiel. (Die in der anderen Hälfte eingeschriebenen Zahlen geben 
Aufschlufs über die Gröfsenverhältnisse und lassen auch er-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.