Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226552
Kap 
Bis zur Besiegung der Perser. 
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Dreischlitzen oder 'l'riglyphen.  Über diesen Fries ragt 
weit hervor das Kranzgeslms, Geison, welches an den Langs- 
Seiten den Abschlufs nach oben bildet, während sich an 
den Schmalseiten darüber noch ein zurückstehendes Giebel- 
dreieck, Tympanon, erhebt, das nach oben hin von einem 
wieder vortretenden, dem anderen gleichen Gesims eingerahmt 
wird-Innerhalb dieser ringsum laufenden, dachtragendenSäulen- 
halle ist das eigentliche Haus, welches, wie der Grundrifs (Fig. 9) 
Zeigt, in drei geschiedene Teile zerfällt: die Vorhalle oder 
den Pronaos A, den 28 m langen eigentlichen 'l'empelraum 
mit dem Bilde des Gottes, Naos oder Cella B, und die hin- 
tere Halle, Posticum C. Während die Längsseiten des ganzen 
inneren Hauses ununterbrochene Wände bilden, ragt vorn 
und hinten von der Wand nur je ein Pfeiler empor. 
Zwischen diesen Pfeilern, sogenannten Anten, stehen je zwei 
Säulen, über welche dasselbe Gebälk gelagert ist, Wie an den 
Aufsenseiten. Die Cella schliefsen vorn und hinten Quer- 
mauern ab, deren vordere von einer Thür durchbrochen ist; 
das Hinterhaus steht mit der Cella nicht in Verbindung. Die 
Cella ist durch zwei Reihen von je sieben Säulen in drei pa- 
rallele Hallen geteilt, deren mittlere wesentlich breiter ist als 
die seitlichen. Über den mittleren Säulen erhob sich, nur 
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Um Licht einzulasseng, wai, über der Cella eine grofse vier- 
eckige Offnungh) angebracht, so dafs also hier der Tempel- 
raum unmittelbar unter dem Himmel, dem Ather, lag; daher 
kommt der Name Hypäthraltempel. Taf. 8, Fig. 10 ver- 
gegenwärtigt uns die gesamte Konstruktion des Poseidon- 
tempels. Dafs auch dieser, von aufsen so gut erhaltene 
Bau doch Ruine ist, zeigt ein Einblick in sein Inneres, 
den T'ai". 9, Fig. 1 gewährt. Den Anblick, welchen unser 
Bild bietet, hat man, wenn man (Taf. 8, Fig. 9) von 
Vorn in die linke Säulenhalle tritt und bis zur fünften Säule 
Vorschreitet. Die Längswand, welche Cella und Säulen- 
Umgang schied, ist, wie wir sehen, geschwunden, doch ist an 
der Hinterwand noch der Ansatz zu erblicken. Das Dach 
fehlt ganz, und von den mittleren, dachstützenden Säulen ist 
nur noch eine kleine Anzahl vorhanden. Das Baumaterial 
des Tempels ist eine Art Kalktuff, der durch die Länge der 
Zeit einen schönen gelblichen Ton erhalten hat; im Alter- 
um) war das Ganze, wie es bei minder edlem Gestein 
meist geschah, mit einem Überzug von stark mit Gips ver- 
Sötztem hIörtel (mit Stuck) verkleidet, von dem sich noch 
Spuren nnden, die von Bemalung zeugen,
        

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