Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226534
(Taf. 7, Fig. 7), von deren Hauptteile zahlreiche mit Metall- 
Stiften befestigte, ausgezackte Metallplättchen herabhängen, die 
Wieder mit gröfseren und kleineren Rosetten geziert sind. ln 
ähnlichem Geschmack ist die Taf. 7, Fig. 8 abgebildete 
Agraffe gearbeitet, deren rautenartige Grundform durch je 
Zwei Rosetten an den Spitzen, sowie Spiralen und Rosetten am 
Rande fast verwischt wird. Rosetten und Spiralen als Hauptver- 
zierung begegnen uns auch bei dem bronzenen Gürtelbesclilag 
aus huböa, Taf. 7, Fig. 9. Neben diesen durch 'l're1l')en des 
Metalles hergestellten Gegenständen giebt es aber auch schon 
im grauen Altertume geprägte oder gegossene, deren formen 
zunächst dem Pflanzen- und dem Tierreich entlehnt sind. So 
bei den Taf. 7, Fig. 10 und 11 abgebildeten Nadeln, deren 
Köpfe aus ausgebreiteten Palmenwedeln bestehen, auf denen 
in genau symmetrischer Anordnung unten zwei PawntlieY, Oben 
zwei Hirsche gelagert sind (vgl. Taf. S, Fig- Öl- 131116 höhere 
Entivickelungsstufe dieser vom Orient so stark beeinflufsten 
Kunst zeigt ein in Olympia gefundenes Bronzeblech von 
80 cm Höhe, 35-25 cm Breite, das wahrscheinlich als Be- 
kleidung eines Untergestelles für heilige Geräte diente, Das 
Ganze ist in mehrere Streifen geteilt. Die beiden oberen ent- 
halten Adler und Greife, welche sich ähnlich wie in einem 
Wappen gegenüberstehen. Auf dem dritten Streifen erblickt 
man einen wahrscheinlich vor Herakles fliehenden Kentauren. 
Dieser zeigt hier noch die ältere Form eines voll ausgebil- 
deten Menschen mit dem Hinterleibe eines Pferdes. Schon 
von mehreren Pfeilen getroffen, eilt er, das lockenmnlvante 
Haupt rückwärts wendend, davon, während Herakles, der 
schon wieder einen neuen Pfeil aufgelegt hat, im schnellsten 
Laufe  das bedeuten die einueknickten Kniee auch sonst  
ihn verfolgt. Der untere Streif endlich, der fast die Hälfte 
der Höhe einnimmt, zeigt ein Mischwesen, wie solche beson- 
ders in der vorderasiatischen Kunst beliebt waren. Ein Weib, 
ähnlich den assyrischen Königen gekleidet (Taf. 5, Fig. 11), 
teils in Seiten-, teils in Vorderstellung gebildet, ist an den 
Schultern mit einem mächtigen Flügelpaare VerSenen und hält 
In den__Händen zivei gebändigte Löwen an Jie einelll Hinter- 
fufse. Ahnlich wurde die persische Göttin {Xnahita dargestellt, 
die Göttin des Reichtums und der Fruchtbarkeitli), deren 
äufsere Erscheinung die Griechen schon früh auf ihre Artemis 
übertrugen. Dafs die Figuren der vier Streifen unter sich in 
einem Gedankenzusannnenhang stehen, darf man nicht an- 
nehmen. Grofse, sinnvolle Kompositionen zu entwerfen, liegt 
noch nicht im Wesen dieser Zeit, welche sich begnügte, Vorbil- 
der des Orients mehr oder weniger gedankenlos nachzuahmen. 
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