Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226510
Die vorhellenische Kunst. 
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Und anderen Erbstücken gedient habe. Neuerdings hält man 
für unzweifelhaft, zumal es ganz allein aufserhalb der Mauern 
der Burg liegt, dafs es ein Grabmal der Könige gewesen sei. 
Ahnliche Anlagen hat man jüngst auch in andern Teilen 
Griechenlands entdeckt. 
Kyklopische Mauern. In Mykenae finden "sich an der 
früheren Stadtmauer auch noch Reste der, wegen ihres hohen 
Altertumes, sogenannten kyklopischen Mauern, die ebenfalls 
jeglichen Bindemittels entbehren. Taf. 8, Fig- 4 Zelgt, dafS ES 
deren zwei verschiedene Arten giebt. Die eine besteht aus 
gewaltigen, unbehauenen Steinblöcken, deren Lücken durch 
kleinere Steine ausgefüllt sind; die andere ist aus unregel- 
mäfsigen, vieleckigen Steinen (Polygonen) aufgeführt, die mit 
Sorgfalt so gearbeitet sind, dafs die oberen genau in die zwischen 
den unteren Steinen vorhandenenWinkel hineinpassen. Die erstere 
AYt, die besonders noch in der Landschaft Argolis vorkommt, 
gehört in der That dem höchsten Altertume an, während die 
Zweite Art noch gleichzeitig mit dem Quaderbaü öfSßheint, wie 
dies Mykenae beweist.  
So z. B. Taf. 8, Fig. 5, das Eingangsthor zur Akropolis 
der Atriden, das nach seinem plastischen Schmucke sogenannte 
Löwenthor, an dem sich mehrere Polygone finden, Wenn 
auch die Quadern die Mehrzahl bilden. Der Zugang und 
der Thorweg scheinen auf dem Bilde noch hoch mit Schutt 
bedeckt, der erst unlängst beseitigt worden ist. Das Thor ist 
aus drei grofsen balkenartigen Steinen gebildet, von denen 
zwei gegeneinander geneigt sind, der dritte, 41I3 111 lang, als 
Sturz darüber gelegt ist. Die (Jtfnung ist unten 3,07 m, oben 
2,85 m weit und 3,20 m hoch. Geschlossen wurde sie mit 
einer aus einem Stücke bestehenden Thür, Welche In Zapfen 
ging, die in der Mitte sowohl des Sturzes als der Schwelle 
eingelassen waren, so dafs beim Öffnen die eine Hälfte der 
Thür nach aufsen, die andere nach innen schlug. Die Weite 
dieses Thores ist so bedeutend, dafs, um ein Bersten des Sturz- 
balkens zu verhüten, eine grofse Belastung von oben nicht 
eintreten durfte. Deshan, ist auch hier ein Dreieck aus- 
gespart, aber  wie dies übrigens wohl auch beim Schatz- 
haus gewesen sein mag  durch Einfügung einer dünneren 
Kalksteinplatte verschlossen. 
Relief vom Läwenthor. (Taf- 8, Fig. G.) Auf dieser 
Steinplatte beßndet sich das auf "faf. 8, Fig- 6 größer C1111"- 
gestellte Hochrelief: zwei aufrechtstehende, durch eine Säule 
getrennte Tiergestalten. Auf einem sonderbaren, altarartigen 
Unterbau erhebt sich eine nach oben zu stärker werdende 
Säule mit eigentümliehem Kapitell und darüber liegendem 
Menge, Antike Kunst. 2. Ami. 4
        

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