Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226501
das 6 m hoch, unten 3 m, oben 21„ in breit ist und über 
dem Sturz ein hohes Dreieck aufweist. Dieser Sturz besteht 
aus zwei gewaltigen behauenen und polierten Blöcken, von 
denen der innere I,I7 m dick, annähernd 9 m lang und 5,27 m 
breit ist; sein Gewicht berechnet man auf 1500 Kilo 12). Der 
Raum, zu welchem das Portal führt, ist kreisrund und, wenn 
wir den Schutt auf dem Erdboden wegrechnen, etwa I5 m im 
Durchmesser und in der Höhe. Rechts, im rechten Winkel 
zur Richtung des Einganges, ist eine kleinere Thür, durch 
welche man zu einer in den Fels gehauenen Seitenkammer c 
init geraden Wänden gelangt. Der Hauptraum ist scheinbar 
gewölbt, aber in einer solchen Weise, dafs er oben kegelför- 
mig abschliefst. Diese scheinbare Wölbung ist so hergestellt 
worden: über einen horizontal gelagerten, aus regelmäfsig be- 
hauenen Quadern bestehendenlii) Steinring legte man ohne An- 
wendung eines Bindemittels einen andern, der über den unteren 
ein wenig nach innen zu vorragte, und so fort unter steter 
Verengerung 33 Ringe, bis oben eine kleine Offnung übrig 
blieb, die mit einer Steinplatte geschlossen wurde. Man nennt 
das Überkragun g. Die hervorragenden Ecken der einzelnen 
Steinlagen denke man sich hierauf abgeschlagen und die Fläche 
geglättet. Der Eingang, der zu diesem Raume führt, hat gerad- 
linige Seitenwände, die sich nur wenig neigen. Um so rascher 
schliefst sich das über dem gewaltigen Sturzbalken befindliche 
hohle Dreieck, das den Zweck hat, eine zu grofse Belastung 
dieses Balkens zu verhüten. Das Innere des Hauptraumes 
fand man mit kleinen, in regelmäfsigem Abstande eingebohrten 
Löchern übersäet, in welchen zum Teil noch Bronzenägel mit 
hohen, runden" Köpfen staken, und zu wiederholten Malen 
wurden auch noch Bronzeplatten gefunden. Das Innere war 
also mit Bronzeblech bekleidet, wie das Homer von den Palä- 
sten des Antinoos und des Menelaos zu erzählen weifs. Das war 
aber nicht der einzige Schmuck dieses Bauwerkes, sondern 
Uberreste_ von Kapitellen (Taf. 8, Fig. 2) beweisen, dafs am 
Eingange eigentümlich verzierte Säulen von Marmor vorhanden 
waren, die man glaubt so ergänzen zu dürfen, wie es Taf. 8, Fig. 3 
geschehen ist. Die Art der Verzierung, die wir hier wahr- 
nehmen, diese Zickzack- und Spirallinien, finden sich auch an 
Gold- und Bronzegeräten, die bei Troja und in Mykenae aus- 
gegraben worden sind, und stehn im Gegensatz zu den späteren 
griechischen Kunstformen. Genannt wird dieses Gebäude, das 
übrigens wie jetzt so auch im Altertum mit Erde überdeckt 
gewesen lSt, S0 dal's es von aufsen einem Hügel gleicht, der 
Thesaurus oder das Schatzhaus der Atriden, weil man glaubte, 
dafs es zur Aufbewahrung von Kostbarkeiten, Waffen, Gefäfsen
        

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