Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226403
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Die Kunst des Orients. 
gen Tieren mit einem Horn sind verbunden und tragen über 
sich das Ende eines Querbalkens. Wunderlicher ist die an- 
dere Sätilenform. Die Basis ist einfacher. Sie zeigt über 
einer Platte den umgekehrten Blütenkelch; Wulst und Schaft 
sind wie bei der andern Säule; aber das Kapitell ist vielfach 
zusammengesetzt und zeigt prunkvolle, aber planlose Uber- 
ladung. Es besteht aus drei Teilen. Den ersten bilden zwei 
kelchartige, durch eine Perlenschnur getrennte Formen, von 
denen die untere nach unten gerichtet und mit herabfallenden 
Blättern ganz bedeckt ist, während die obere einer sich er- 
schliefsenden Blüte ähnelt. Der folgende Teil ist vierseitig 
und jede Seite mit zwei in sich verbundenen Voluten geziert, 
deren Durchschnitt in der nebenstehenden Zeichnung veran- 
schaulicht wird. Den obersten Teil bilden zwei Stiere, die 
ähnlich behandelt sind, wie die Löwen auf dem andern Ka- 
pitell, auch nur je ein Horn haben. 
Einhörnig ist auch das Ahrimanische Tier, welches 
von Darius getötet wird, Taf. 6, Fig. 7. Es ist zusammen- 
gesetzt aus Teilen der verschiedensten Tiere: es hat Wolfs- 
rachen, Adlernacken und -Flügel, Vorderfüfse des Löwen, 
Hinterfüfse des Geiers (der untere Teil des Bildes fehlt) und 
einen knöchernen Schwanz. Es ist das Symbol des Bösen, 
das der König als Vertreter des Guten besiegt, indem er es 
mit der Linken beim Horne fafst und ihm mit der Rechten 
das Schwert in den Leib stöfst. Während das Tier ziemlich 
stark bewegt erscheint, vollbringt der König diese That mit 
gröfster Ruhe. Ruhe und würdevoller Ernst tritt uns auf all 
den Skulpturen entgegen, welche bis jetzt aufgefunden sind. 
Nirgends sehen wir den König im Kriege oder auf der Jagd, 
sondern stets in hoheitsvoller Ruhe, sei es allein, sei es die 
Huldigung anderer entgegennehmend. 
S0 findet sich in der Nähe des ehemaligen Pasargada an 
einem Pfeiler eines palastartigen Gebäudes der König (T af. 6, 
Fig. 8) in Reliefgestalt abgebildet. Mit dem prächtigen 
Untergewande der assyrischen Könige (S. 29) angethan, 
schreitet er würdevoll nach rechts. An seinen Schultern hat 
er vier mächtige Flügel, als Kopfbedeckung trägt er zunächst 
eine eng anliegende Haube, aber über derselben ist auf zwei 
lflörnern ein phantastischer Kopfputz sichtbar, der uns an 
Agypten (Taf. 1, Fig. 4) erinnert. 
 Tributdarbringende. Auch an den Trümmern von 
Persepolis findet sich der König vielfach dargestellt, wie 
er Huldigungen oder Tribut entgegennimmt. Hier kommen 
in ganzen Prozessionen, gruppenweise geordnet, die Abgeord-
        

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