Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226384
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Die Kunst des Orients. 
Holzbedachung zweimal zwei über I6 m hohe Säulen, von 
denen, wie Fig. 1 zeigt, nur noch je eine erhalten ist. An 
jedem der Pfeiler verkündigte eine in drei Sprachen abgefafste 
Inschrift, dafs Xerxes diese Thorhalle erbaut hat. Wendet 
man sich von hier aus rechts, so gelangt man an einer Cisterne 
C vorüber nach D, abermals einer mächtigen Treppenanlage, 
deren (Wangen in flachen Reliefs Bilder aus dem Hof- 
und Staatsleben zeigen. Die Treppe führt zu einer zwei- 
ten Plattform E empor, welche bei II3,5O m Breite und 
123,50 m Länge einen Flächeninhalt von I4000 Quadrat- 
metern einnimmt und jetzt mit Säulenschäften, Ziergliedern 
und sonstigen Bruchstücken förmlich übersäet ist. In der 
Mitte dieser Terrasse erhob sich einst die königliche Halle 
des Xerxes mit 6 x 6 quadratisch geordneten Säulen von 
20 m Höhe. Kleinere Hallen von je 2 x 6 Säulen umgaben 
sie vorn und auf beiden Seiten in einem Abstand von über 
20 m. Von der nördlichen Halle stehen, wie Fig. 1 E zeigt, 
noch fünf Säulen, von dem Hauptsaale noch vier. 
 Von dieser grofsartigen Palastanlage, die von Xerxes 
herrührt, gelangt man bei F zur Rückwand eines kleineren 
Gebäudes von 31 x 44 m Ausdehnung, das sich abermals auf 
einer Terrasse von etwa fünf Meter Höhe erhebt und inschriftlich 
als ein Werk des Darius bezeugt ist. Der Eingang ist an der 
Südseite durch eine Säulenhalle, hinter der sich ein Säulen- 
saal befindet, während seitlich und hinten gröfsere Räume 
ohne Säulen sind. Die thür- und fensterartigen Baureste, welche 
Fig. 1 rechts im Hintergründe sichtbar und Fig. 5 in ver- 
gröfsertem Mafsstabe abgebildet sind, stammen von diesem 
Palast. Sämtliche Fenster und Nischen tragen am oberen 
Sturzbalken eine persische und auf beiden Pfosten eine gleich- 
lautende medische und babylonische Inschrift: „Steinpfosten, 
errichtet im Hause des Königs Därayavus." Der Palast des 
Darius befindet sich auf der höchsten Stelle der Terrasse. 
Südöstlich von demselben ist eine etwas tieferliegende Platt- 
form, zu welcher man über eine "freppenanlage gelangt. Das 
Hauptgebäude G, ein Palast des Xerxes, ist dem Palaste des 
Darius in seiner Anlage zwar ähnlich, aber gröfser und reicher; 
36 Säulen tragen die Decke des Hauptsaals, I2 die der Vor- 
halle. Die Ruinen bei H in der Südwestecke gehen auf Ar- 
taxerxes III. Ochos zurück, die noch nicht völlig ausgegra- 
benen auf der westlichen Seite bei L, zu dem man durch die 
Thoranlage f schreitet, wahrscheinlich auf frühere Zeit. 
Wenden wir uns von hier aus nach Nordwesten, so kom- 
men wir zu einer grofsen Thoranlage K, deren Mittelraum 
von vier Säulen getragen wird, vor denen nach allen vier
        

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