Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226324
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Die Kunst des Orients. 
die Tiara mit etwas eingedrückter Spitze; ihren untern Rand 
umschliefst ein vorn hoher goldener Reif, von dem zwei Band- 
schleifen über den Nacken herabfallen. An den Ohren trägt 
er Gehänge, an den Armen Armspangen, als Waffe ein Schwert 
und zwei Dolche. Bart und Haar zeigen die sorgfältigste 
Pflege, die ganze Erscheinung hat etwas Würdiges. Ahnlich 
ist die Erscheinung des königlichen Dieners, nur dafs ihm der 
Bart, der Mantel und die Tiara fehlen. 
Auch die assyrische Kunst erfährt im Laufe der jahr- 
hunderte gewisse Änderungen, auf die wir uns aber nicht 
einlassen. Dafs sie gering sind, beweist das Relief Taf. 5, 
Fig. 2, aus der Zeit König Sargons (um 720). Es ist ein 
hoher Beamter und ein Eunuch, welche vor dem König stehen 
in der oben besprochenen Haltung der Unterwürßgkeit. Ein 
Fortschritt im Geschmack zeigt sich, sofern die das Bild stö- 
renden Inschriften weggefallen sind; dagegen macht das ältere 
Bild den Eindruck gröfserer Sorgfalt in der Arbeit. 
Häufiger aber als in solcher Umgebung sehen wir den 
König im Krieg und auf der Jagd. S0 zeigt Taf. 4, Fig. 8 
wie der König zu Wagen die fliehenden Feinde verfolgt. 
Das Bild erinnert einigermafsen an Taf. 3, Fig. 1. Bogen- 
tasche und Köcher schmücken kreuzweise gelegt den zweiräd- 
rigen, von drei Pferden gezogenen Wagen, von dessen Rande 
nach der Deichsel eine farbige Decke gespannt ist. Der König 
ist eben bereit den Pfeil abzudrücken; ihm zur Linken ist ein 
Wagenlenker, und hinter ihm befindet sich eine dritte Person, 
der Schildknappe, welcher den im Durchschnitt sichtbaren 
Schild vorhält. Oberhalb der Pferde schwebt innerhalb eines 
geflügelten Rades, das an die ägyptische Sonnenscheibe er- 
innert, als des Königs Schutzgeist der oberste aller Götter, 
der Stadt- und Kriegsgott Assur, ebenfalls schiefsend darge- 
stellt. Die geschlagenen Feinde haben schwere Verluste ge- 
habt. Abseits liegt ein Toter, dem ein Geier die Augen aus- 
hackt, unter den Pferden ist ein schwer Verwundeter: aber 
trotzdem weichen die Feinde nur langsam zurück, indem Sie 
sich dabei noch zur Wehre setzen. 
Das andere Bild veranschaulicht eine Belagerung (Taf. 4, 
Fig. 9). Rechts erblicken wir eine Festung mit geschlossenem 
Thor. Zahlreiche Türme erheben sich auf der Mauer, welche 
teilweise noch eifrig von Bogenschützen verteidigt wird. Aber 
auch die Feinde haben Türme errichtet und sie auf Rädern 
herangeschoben. Aus dem untern Teile derselben schlägt eine 
Art Widder gegen die Mauer, während oben Bogenschützen die 
Schaar der Verteidiger lichten. Der Angriff ist nicht vergeblich.
        

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