Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die antike Kunst
Person:
Menge, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1225504
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1226312
Die chaldäisch-assyrische Kunst. 
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eine, welche dem Eintretenden scheinbar entgegenkommt, an 
Gröfse die äufsere überragt. 
Das Stück Wand, welches zwischen beiden Portalen übrig 
geblieben ist, trägt in Hochrelief einen Löwenbändiger. Der 
Mann ist völlig in Vorderansicht gegeben bis auf die Füfse 
und die Unterschenkel, welche seitlich gerichtet sind. Er trägt 
königliches Gewand. Das kurzärmelige Hemd reicht mit 
Borte und Fransen bis ans Knie. Zu Armen und Beinen, 
welche gute Naturbeobachtung zeigen, steht der Kopf beson- 
ders mit seiner unnatürlichen Behandlung der Haare in 
schroifem Gegensatz. Auch bei dem jungen Löwen, den der 
Mann mit kräftigem Arm an die Brust gedrückt hält, ist neben 
der natürlichen Wiedergabe des von dem Tiere geleisteten 
Widerstandes die unnatürliche Behandlung von Kopf und 
Haar sehr auffällig. Die geschwungene Waffe, welche der 
Mann in der Rechten hält, ist ihrer Art nach nicht sicher zu 
bestimmen, 
Aufser den Eingängen waren in den Prachträumen auch 
die Wände unten mit Reliefs geschmückt. Und zwar waren 
mehrere Reihen Reliefplatten übereinander angebracht, nur ge- 
trennt durch Keilinschriften, die in der älteren Zeit auch über 
die Reliefs selbst hingeführt werden. Der obere Teil der 
Wände war entweder mit Stuck oder mit glasierten farbigen 
Ziegeln überzogen. Den Inhalt all der figürlichen Reliefs, 
die man für den Palast zu Khorsabad allein auf 1800 lau- 
fende Meter zu fast 3 m Höhe berechnen, bilden das Leben 
und die Thaten des Königs. So erscheint der König 
inmitten seiner Hofleute im Praohtgewande, der Gott- 
heit eine Libation darbringend auf Taf- 5, Fig- 1- 
Feierlich schreitet König Assurnasirbal (um 880 v. Chr.) ein- 
her, mit beiden Füfsen voll auftretend. Mit der Linken stützt 
er sich auf den Bogen, in der hoch gehobenen Rechten hält 
er die Schale, deren Inhalt er zu Ehren der Gottheit ausgiefsen 
will. Ihm zur Seite steht ein Eunuch mit dem Fliegenwedel, 
Der Körper des Königs erscheint bis auf die Brust und die 
Augen im Profil; die Verhältnisse zeigen Gedrungenheit, die 
Muskulatur ist stark entwickelt. Die Kleidung besteht zunächst 
aus einem bis auf die Füfse reichenden Heinde mit kurzen 
Armeln, das mit Borten und Troddeln besetzt und über den 
Hüften durch einen Gürtel zusainmengefafst ist, von dem eine 
lange Quaste herabhängt. Darüber trägt er den königlichen 
Mantel, und zwar hier einen solcheli, der die ganze linke Seite 
unbedeckt läfst. Besetzt ist dieser mit Fransen. Von der linken 
Schulter nach der rechten Hüfte hin läuft eine prächtige 
Schärpe mit langen Fransen. Als Kopfbedeckung trägt er
        

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